Mobilfunkbetreiber erproben ENUM für IP- und SIP-Routing

Unter Federführung von Telekom Austria prüft eine internationale Gruppe von Mobilfunknetzbetreibern die Vorteile, die ihnen die Verwaltung von Rufnummern in Domains bietet.

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Von
  • Monika Ermert

Während Endkunden ENUM, also die Eintragung von Rufnummern als Domains unter e164.arpa, schlecht annehmen, testet der Verband der Mobilfunknetzbetreiber, die GSM Association aktuell die Vorzüge des Konzepts. Von den Abfragemöglichkeiten über das klassische DNS-Modell erhofft man sich eine einfache Möglichkeit zum Austausch von Routing-Informationen zwischen den verschiedenen GSMA-Mitgliedern. Der Brückenschlag zwischen verschiedenen Netzen und Netztypen – auch zwischen IP und altem Telefonnetz – via DNS gilt als einer der großen Chancen von ENUM.

Mit von der Partie in der von der Telekom Austria implementierten Testumgebung, deren Hauptknotenpunkte beim Amsterdamer Internet Exchange aufgebaut werden, ist eine lange Liste großer Netzbetreiber, darunter AT&T, British Telecom, Orange, Mobilkom, Telefonica O2, Telia Sonera, Telenor, TIM, T-Mobile USA und Vodafone. Dazu gehört auch Neustar, das von der GSMA bereits als Betreiber einer eigenen privaten ENUM-Zone eingekauft worden war. Laut Ulrike Rößger von der Telekom Austria, die den Test beim 10. ENUM-Tag der Denic gestern in Frankfurt vorstellte, läuft die Testumgebung vorerst bis September. Den teilnehmenden Providern erlaubt sie neben der grundsätzlichen IP-Erreichbarkeit auch Routing des VoIP-Protokolls SIP. Noch nicht eingeplant ist allerdings der Brückenschlag zum PSTN. Rößger sagte, sie gehe davon aus, dass man bei Bedarf bis Ende des Jahres einen "fertiges Produkt" werde anbieten können. (Monika Ermert) / (ad)