Datenschutzpreis für Datenschutzpionier Michael Kirby

Mit der erstmals verliehenen Medaille Australian Privacy Medal wurde die Arbeit des australischen Richters in der OECD-Expertenkomission zur Sicherung der Privatsphäre vor 30 Jahren gewürdigt.

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Von
  • Detlef Borchers

Im Rahmen der Privacy Awareness Week ist der australische Richter Michael Kirby mit der Australian Privacy Medal ausgezeichnet worden. Mit dieser erstmals verliehenen Medaille wurde Kirbys Arbeit in der OECD-Expertenkomission zur Sicherung der Privatsphäre vor 30 Jahren gewürdigt. Die Arbeit dieser Komission führte dazu, dass die OECD im September 1980 internationale Richtlinien zur Protection of Privacy and Transborder Flows of Personal Data veröffentlichte. Diese Richtlinien wurden in den Datenschutzgesetzen vieler Länder verankert.

Neben seiner einflussreichen Arbeit in OECD-Kommissionen zum Datenschutz und zur Datensicherheit in IT-Systemen wurde Kirby auch für einen Bericht geehrt, den er 1987 für die australische Gesetzesreform-Kommission verfasste. Dieser Bericht gilt als wichtiger Meilenstein in der australischen Datenschutzgeschichte, da er direkt den Privacy Act beeinflusste.

In seiner Dankesrede verwies Kirby auf ein anderes Datum, die vor 60 Jahren verabschiedete Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen. In dieser Erklärung zur Würde des Menschen sei der Schutz der Privatsphäre angelegt, weil zum Respekt des einzelnen Menschen der Respekt seiner ureigensten Privatsphäre gehöre. "Ich nehme die Medaille an, als Auszeichnung wie als Ansporn für alle Mitstreiter in diesem Gebiet, mit der wichtigen Arbeit weiterzumachen. Wir müssen die Privatsphäre wie die individuelle Würde des Menschen gegen die angeblichen technischen Notwendigkeiten verteidigen, die Menschen zu verdaten." (Detlef Borchers) / (anw)