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Fraunhofer stellt "Augmented Reality" für Mobiltelefone vor

Mittels "mobiler Augmented Reality" wird zu einem Gebäude passendes historisches Fotomaterial auf ein Smartphone geschickt. So soll Geschichte "live" erlebt werden können.

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Von
  • Detlef Borchers

Nach der Android-Anwendung Wikitude, die als Reiseführer standortbezogene Erklärungen zum Mobiltelefon schickt, kommt die Reise in die Vergangenheit: Wissenschaftler des Fraunhofer-Institutes für graphische Datenverarbeitung (IGD) stellen auf der CeBIT (Halle 9, B40) das Konzept der "mobilen Augmented Reality" vor: Zu einem Gebäude wird passendes historisches Fotomaterial auf ein Smartphone geschickt. So soll Geschichte "live" erlebt werden können.

Mobile Augmented Reality: Zu einem Gebäude wird passendes historisches Fotomaterial auf ein Smartphone geschickt

Wer möchte sich nicht gerne in der Geschichte zurückversetzen lassen, etwa in Berlin über den Alexanderplatz zu Zeiten von Alfred Döblin schlendern oder sehen, wie das war mit der Mauer, die die Stadt teilte? Die Forscher des Fraunhofer IGD können diesen Wunsch mit einem System bedienen, dass sie als erweiterte Realität bzw. als "Augmented Reality" bezeichnen. Dabei wird die Kamera im Smartphone zum magischen Blick in die Vergangenheit genutzt: "Das im Display angezeigte Bild einer gerade betrachteten Sehenswürdigkeit wird nahtlos mit historischen Fotografien und Erläuterungen überblendet." Die von den Forschern entwickelte Technik ermittelt Position und Blickrichtung des Fotos und sucht das passende historische Material aus. Sie soll auf iPhones und auf Telefonen respektive UMPCs mit Windows Mobile eingesetzt werden können.

Auf der CeBIT zeigt das Fraunhofer IGD in Zusammenarbeit mit der Berliner Tourismus Medien Produktion Bilder aus dem historischen Berlin. Unmittelbarer Anlass für die Kooperation ist der herannahende 20. Jahrestag des Mauerfalls, zu dem ein Geschichtsführer entwickelt wird. Viele jüngere Berlin-Besucher können sich nicht mehr vorstellen, wie die Stadt geteilt war. Das berühmte Motto Die DDR hat's nie gegeben soll von der Technik wiederlegt werden.

Die "Augmented Reality" der Fraunhofer-Forscher soll bei der visuellen Orientierung in der Zeit helfen und ist in das europäische Forschungsprojekt iTacitus eingebettet, das kontextabhängige historische Informationen verwalten und aufbereiten soll. Diese Definition der Augmented Reality sollte nicht mit der IT-Variante verwechselt werden, die Douglas Engelbart vor 40 Jahren zum ersten Mal demonstrierte. (Detlef Borchers) / (jk)