ZVEI kritisiert Klimapolitik der Bundesregierung

Der Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektronikindustrie sieht mangelnde UnterstĂĽtzung durch die Bundesregierung und erneuert seine Forderung nach Subventionen fĂĽr Energiesparer.

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Friedhelm Loh, Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), hat das Klimapaket (PDF-Datei) der Bundesregierung kritisiert. "Wir können nicht immer vorneweg rennen, und die anderen stoßen aus, was wir einsparen", sagte er in einem Interview mit dem Magazin Focus. Die deutsche Volkswirtschaft erkaufe den Klimaschutz sehr teuer, wenn sie nicht dadurch mit neuen Technologien neue Märkte schaffe.

Die Eletkro- und Elektronikbranche sei unzufrieden, da die Umsetzungsprozesse viel länger als geplant liefen und die Einwände der Branche nicht berücksichtigt würden. Loh meint, es sei nicht anhand der vorgelegten Fakten, sondern politisch entschieden worden. Dabei sei die Elektroindustrie sei in fast allen Bereichen beim Klimaschutz relevant, so bei Antrieben, Stromleitungen oder Haushaltsgeräten.

Loh zeigte sich von der Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium enttäuscht. "Der Umweltminister war aufgeschlossener, sicher auch, weil er die Zielerreichung nachweisen muss." Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) solle den ZVEI-Vorschlag zur flächendeckenden Einführung moderner Stromzähler aufgreifen. "Schon eine genaue monatliche Stromrechnung für jeden Haushalt würde Investitionen in Energie sparende Elektrogeräte und mehr Wettbewerb im Strommarkt bringen."

Außerdem wiederholte Loh die Forderung seines Verbandes nach staatlichen Anreizen, die er bereits im Juli anlässlich des seinerzeit anstehenden Energiegipfels aufgestellt hatte. "Wenn der Staat CO2-Ziele vorgibt, dann soll er auch mithelfen, dass wir alle diese Ziele erreichen können. Der private Kunde kauft nicht die effizientesten Geräte, sondern oft die billigsten. Also muss ich ihm Anreize geben, die Spitzentechnologie zu kaufen." (anw)