Deutscher nimmt an Mars-Isolationsstudie teil

Oliver Knickel hat es in die sechsköpfige Crew der Mars500-Isolationsstudie geschafft. Das Experiment, mit dem eine Mars-Mission in einer – nicht in allen technischen Einzelheiten realistischen – Raumschiff-Umgebung simuliert wird, startet am 31. März.

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Von
  • Veronika Szentpetery

Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA hat die beiden europäischen Teilnehmer der ersten Isolationsstudie im Mars500-Projekt bekannt gegeben. Der Deutsche Oliver Knickel und der Franzose Cyrille Fournier wurden aus den vier letzten Kandidaten ausgewählt und nehmen zusammen mit vier russischen Crewmitgliedern an dem 105-tägigen Experiment teil, das am 31. März in Moskau startet. Die Studie ist ein gemeinsames Projekt der ESA und der russischen Weltraumbehörde Roscosmos.

Der 28-jährige Maschinenbau-Ingenieur und der 40-jährige Air-France-Pilot werden in einer speziellen Isolationsanlage im Institut für Biomedizinische Probleme (IBMP) eine Mars-Mission in einer – nicht in allen technischen Einzelheiten realistischen – Raumschiff-Umgebung simulieren. Der Test soll zeigen, wie gut Mars-Astronauten auf engstem Raum miteinander auskommen und die Trennung von Familie, Freunden und Kollegen körperlich und psychisch vertragen.

Wie bei einer echten Mission wird die Crew weitgehend auf sich allein gestellt sein. Sie kann nur über Funk mit der Kontrollstation kommunizieren und muss dabei wegen der Signalverzögerung bis zu 40 Minuten auf jede Antwort warten. Es gibt kein natürliches Licht, Platz und Gewichtskontingent sind begrenzt, der Zugang zu E-Mail rationiert. Ähnlich wie echte Astronauten soll die Crew während der Reise auch Experimente durchführen. Bei diesen medizinischen Tests stehen neben der Psyche auch der Stoffwechsel und das Immunsystem im Fokus.

Derzeit durchlaufen die Kandidaten eine letzten Trainingsphase in Moskau, in der sie sich mit technischen Details der Isolationsstation vertraut machen und sich medizinischen Tests unterziehen, in denen Vergleichswerte für die Auswertung des Experiments ermittelt werden. Die zwei verbliebenen Kandidaten der Endrunde, Cedric Mabilotte und Arc’hanmael Gaillard aus Frankreich, fungieren als Ersatzmänner für Knickel und Fournier und werden bei der Kontrollstation auf dem Testgelände mitarbeiten. Das Experiment ist die Vorstufe zu einem 520-tägigen Test, der dem Zeitraum einer echten Marsmission entspricht und in der zweiten Jahreshälfte mit neuen Teilnehmern in Moskau starten soll. (vsz)