Handyzulieferer Balda mit mehr Verlust
Balda, dem Vernehmen nach Lieferant der Touchscreens für Apples iPhone, will sich weiter auf sein Kerngeschäft konzentrieren und etwa die Sparte Medizintechnik verkaufen.
Der angeschlagene Handyzulieferer Balda ist 2007 tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Nach dem missglückten Verkauf seiner europäischen Handyschalen-Produktion sei der Verlust des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um drei Viertel auf 73,3 Millionen Euro gestiegen, teilte die Balda AG mit. Der Umsatz brach um 16,6 Prozent auf 309,2 Millionen Euro ein. Der Verkauf der Töchter war rückgängig gemacht worden, nachdem der neue Besitzer KS Plastic Solutions bis zu 30 Millionen Euro Verlustausgleich verlangt hatte. Für 2008 bestätigte Balda das Ziel eines Ergebnisses vor Steuern von 24 Millionen Euro und eines Umsatzes von 414 Millionen Euro.
Balda-Finanzvorstand Dirk Eichelberger kündigte an, das Segment Medizintechnik, das beispielsweise Inhalatoren für Allergiker und Asthmatiker herstellt, verkaufen zu wollen. Die Sparte solle im laufenden Jahr zehn Prozent zum Umsatz beitragen und habe 2007 bereits einen Gewinn erzielt. "Wir fokussieren uns auf unsere Kernbereiche und auf die Wachstumsregionen Asiens", sagte Eichelberger. Neues Kerngeschäft sind berührungsempfindliche Bildschirme. Der Konzern liefert dem Vernehmen nach für das Apple-Handy iPhone zu. Von offizieller Seite wurde wegen vereinbarter Vertraulichkeit die Touchscreen-Zulieferung von Balda an Apple allerdings nie bestätigt.
"2007 war ein Jahr einschneidender Veränderungen", sagte Vorstandschef Joachim Gut. "Die Auswirkungen sind auch im Geschäftsjahr 2008 noch deutlich spürbar." Vorlaufkosten für neue Aufträge belasten den Angaben zufolge den Ertrag des ersten Halbjahrs 2008. Das Kerngeschäft werde 2008 profitabel sein, das erste Quartal allerdings "vergleichsweise schwach" ausfallen, sagte Eichelberger.
Ohne die europäische Handyschalenproduktion der Töchter Balda Solutions Deutschland GmbH, Balda Werkzeug- und Vorrichtungsbau GmbH und Balda Solutions Hungaria Kft. steigerte die Gruppe ihren Umsatz 2007 um 63,5 Prozent auf 257,4 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg auf 8,5 Millionen Euro nach minus 17,2 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Unter dem Strich blieb allerdings ein Verlust von 8,4 Millionen Euro – im Vorjahr lag der Verlust noch bei 15,4 Millionen Euro. Bereits Ende März hatte Balda bekannt gegeben, es gebe erneut Gespräche mit Interessenten an der europäischen Handyschalenproduktion.
Der Balda-Konzern beschäftigte Ende 2007 gut 8000 Mitarbeiter, davon 7218 (plus 17,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) in den fortgeführten Segmenten. Balda nannte außerdem einen Termin für die ursprünglich für den 7. Mai geplante und dann auf unbestimmte Zeit verschobene Hauptversammlung. Vorgesehen sei der 29. Juli. (dpa) (jk)