Viewsonic reorganisiert weltweiten Vertrieb

Der Display- und Projektoren-Hersteller vollzieht angesichts aktueller Verluste und schwindender Umsätze eine Neuaufstellung. Während Asien-Chef Alan Chang die weltweite Verantwortung übernimmt, scheiden seine Kollegen in den USA und Europa aus.

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Das dritte Quartal 2007 schloss der Display- und Projektoren-Hersteller Viewsonic mit einem Umsatz von rund 402 Millionen US-Dollar ab und blieb damit knapp 6 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig viel ein Nettoverlust in Höhe von 1,7 Millionen US-Dollar an. Im gleichen Zeitraum 2006 hatte Viewsonic noch einen Überschuss von mehr als 10 Millionen US-Dollar verbuchen können.

Der Hersteller kündigte nun eine weltweite Neuausrichtung seiner Vertriebsaktivitäten an. Unter anderem soll die Verantwortung für die bisher getrennten Regionen Amerika, Europa und Asien (inklusive Nahem Osten und Afrika) künftig bei Alan Chang gebündelt werden. Chang war bisher Managing Director für Asien MEA und wird diese Funktion künftig weltweit übernehmen.

Nachdem der bisherige Amerika-Chef Matthew Milne Viewsonic bereits in der vergangenen Woche verlassen hat, erwarten Branchenexperten nun, dass auch der für Europa verantwortliche Jan Jensen in Kürze ausscheiden wird. Die Entwicklung der Geschäftszahlen in den vergangenen Quartalen liefert schlagkräftige Argumente für die personellen Entscheidungen der Viewsonic-Führungsspitze um Chairman und CEO James Chu.

Allein die Vertriebsregion Asien MEA konnte unter Changs Leitung in den ersten 9 Monaten 2007 maßgebliche Umsatzsteigerungen vorweisen. Die Erlöse kletterten gegenüber der Vorjahresperiode über 27 Prozent auf 457 Millionen US-Dollar. Der operative Gewinn stieg ähnlich stark auf fast 13 Millionen US-Dollar. In Europa hingegen musste Viewsonic rückläufige Umsätze hinnehmen, um 2 Prozent auf 236 Millionen US-Dollar – allein im dritten Quartal verzeichnete der Hersteller ein Minus von mehr als 15 Prozent. Einem operativen Gewinn von 4,8 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2006 steht aktuell ein Minus von 842.000 US-Dollar gegenüber.

In Amerika gelang es Matthew Milne im 9-Monatsvergleich zwar, den Umsatz knapp 2 Prozent auf rund 542 Millionen US-Dollar zu erhöhen, aber dem gegenüber steht ein operativer Verlust von fast 3,4 Millionen US-Dollar. In der Vorjahresperiode hatte Viewsonic noch mit knapp 10 Millionen US-Dollar im Plus gelegen.

Die Neustrukturierung sei eine gute Nachricht für Vertriebspartner von Viewsonic sagte Marketingpräsident Jeff Volpe gegenüber US-Branchenmedien. Alan Chang werde die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Handel fortsetzen und weiter ausbauen. Zudem könne der Hersteller künftig noch schneller und gezielter auf die Anforderungen seiner Kunden reagieren und neue Produkte rascher entwickeln und vermarkten. Unter der Leitung von Steve Woo werde außerdem ein neuer Geschäftsbereich, Viewsonic TV, gegründet, der sich ausschließlich um den Markt für LCD-Fernseher und Digital Signage (digitale Beschilderung) kümmern solle. (map)