Dienstleister heizen den Export von Energietechnologie an
Der Abschlussworkshop des BMBF-Forschungsprojekts "Expeed" zeigte, dass Dienstleister eine wichtige Rolle für den Export von Technologie rund um erneuerbare Energien spielen.
Technische Konzepte und Produkte rund um erneuerbare Energien gelten als potenzielle Exportschlager – die einschlägigen Branchen sprechen auch in Zeiten der Wirtschaftskrise von einem nationalen wie internationalen Wachstumsmarkt. In Deutschland, dessen Regierung sich dem Ausstieg aus der Kernkraft als politischem Ziel verpflichtet hat, sind Forscher und Hersteller, die sich mit Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik sowie verschiedenen Formen von Bioenergie befassen, nach eigenen Einschätzungen gegenüber ausländischen Mitbewerbern etliche Schritte voraus.
Bislang weniger beachtet wurde eine Erkenntnis, die beim gestern beendeten Abschlussworkshop des Expeed-Projekts in Berlin zur Sprache kam: Am wirtschaftlichen Erfolg der Energie-Darlings haben nicht zuletzt Dienstleister, die sich oft im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen finden, einen wichtigen Anteil. Sie wirken gewissermaßen als Motoren für den Technologieexport. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts untersuchten Experten diese Aspekte. Die 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Abschlussworkshops kamen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.
"Dienstleistungsunternehmen sind häufig die ersten im Ausland und ziehen in der Folge Technologieexporte aus Deutschland nach sich", so Dr. Bernd Hirschl, Expeed-Projektleiter und Energieexperte am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Professor Dr. Martin Benkenstein, Direktor des Instituts für Marketing und Dienstleistungsforschung der Universität Rostock, stellte erfolgreiche Internationalisierungsstrategien von Dienstleistern vor: "Die Unternehmen müssen ihre Ziele noch klarer stecken und zunehmend strategische Vorgehensweisen entwickeln." Es gebe sehr viele kleine Dienstleistungsunternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien; sie hätten Mühe, mit eigenen Ressourcen Exportgeschäfte zu stemmen. Eine erfolgreiche Strategie zur Kompensation dieser Schwäche sei der Zusammenschluss in Netzwerken oder in Firmenpools, so ein Ergebnis des Workshops.
Das Forschungsvorhaben Expeed ist gemeinsam mit zwei weiteren Projekten Teil einer Fokusgruppe des BMBF zum "Export von Umweltdienstleistungen", die vom IÖW koordiniert wird. (psz)