Russischer Regierungskritiker bei Polizeieinsatz erschossen

Magomed Jewlojew, der Besitzer der kremlkritischen Internetzeitung ingushetiya.ru war, sei in der Stadt Nasran zunächst im Zuge von Ermittlungen wegen eines unaufgeklärten Anschlags festgenommen worden, hieß es.

vorlesen Druckansicht 167 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • dpa

In der russischen Teilrepublik Inguschetien im Nordkaukasus ist der Regierungskritiker Magomed Jewlojew aus ungeklärten Gründen bei einem Polizeieinsatz erschossen worden, meldete die Agentur Interfax. Jewlojew, der Besitzer der kremlkritischen Internetzeitung ingushetiya.ru war, sei in der Stadt Nasran zunächst im Zuge von Ermittlungen wegen eines unaufgeklärten Anschlags festgenommen worden, hieß es. Polizeiangaben zufolge löste sich kurz darauf bei einem Handgemenge ein Schuss, der den Oppositionellen in die Schläfe traf. Russische Bürgerrechtler zeigten sich schockiert und forderten die lückenlose Klärung des Todesfalls.

Ljudmila Alexejewa von der Moskauer Helsinki-Gruppe sprach von einem "enormen Verlust". Alexander Tscherkassow von der Organisation Memorial sagte, der Schuldige müsse zur Verantwortung gezogen werden. Die russische Staatsanwaltschaft kündigte eine Untersuchung an. Erst vor kurzem hatte die ingushetiya.ru-Chefredakteurin Rosa Malsagowa erklärt, sie habe Russland verlassen und wolle in Westeuropa um politisches Asyl bitten. Die Internetzeitung hatte vor allem den inguschetischen Präsidenten Murat Sjasikow mehrfach kritisiert. In der Nachbarrepublik zu Tschetschenien gilt die Lage wegen erbitterter Kämpfe zwischen Rebellen und Sicherheitskräften als extrem unsicher. (dpa) / (jk)