Asien ist Telecom-Schwergewicht
Zwar gibt es nach Zahlen der Internationalen Telekom-Union in Asien-Pazifik weltweit die meisten Festnetzanschlüsse und Handykunden, doch tut zwischen armen und reichen Ländern eine breite Kluft auf.
Die Asien-Pazifik-Region ist im weltweiten Vergleich ein Schwergewicht in der Telekommunikation mit fast der Hälfte der weltweiten Festnetzanschlüsse und Handykunden. Der Graben zwischen armen und reichen Ländern sei aber gravierend, berichtet die Internationale Telekommunikations-Union (ITU) heute zum Auftakt einer regionalen Telecomkonferenz in Bangkok. Gute Kommunikationsverbindungen seien ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die Armut, meint die ITU. Sie dringt auf mehr Investitionen und mehr Wettbewerb, um die Preise zu senken.
(Bild:Â ITU)
48 Prozent der weltweiten Festnetzanschlüsse liegen in der Asien- Pazifik-Region von Japan bis Neuseeland, von Indien bis Südkorea und China. 42 Prozent der Handy-Kunden sind hier zu Hause und 42 Prozent der Internetnutzer. Allein China hatte Mitte des Jahres mehr als 600 Millionen Handykunden, Indien 280 Millionen. Der Mobiltelefonmarkt ist in den vergangenen fünf Jahren jährlich um fast 30 Prozent gewachsen, knapp zwei von fünf Einwohnern haben ein Handy. Weltmeister im SMS-schicken sind die Philippiner: Sie schicken im Monat 650 Kleintexte.
Auch im Breitbandbereich ist die Region bedeutend: 39 Prozent des Weltmarktes liegen dort, die Zahl der Breitbandkunden ist von 27 Millionen 2003 auf heute 133 Millionen gestiegen. In Korea sind fast 80 Prozent der Haushalte an Breitbandnetze angeschlossen, mehr als in Island, den Niederlanden und Singapur.
(Bild:Â ITU)
Das steht in starkem Kontrast zu den ärmeren Ländern, in denen schnelle Internetzugänge selten, teuer oder noch Zukunftsmusik sind. Wie die ITU berichtet, sind die Mindestbreitbandgeschwindigkeiten in Japan, Südkorea und Hongkong höher als die maximale Geschwindigkeit in Kambodscha, Laos und Bangladesch. Bessere Anbindung könne die Entwicklung fördern, argumentiert die ITU. Sie führt als gute Beispiele den Online-Unterricht für Schüler auf den Salomonen-Inseln an, oder die Vernetzung von Katastrophenmanagern in Birma. (dpa) / (anw)