Berliner Rathaus wartet mit interaktivem Stadtplan auf

Auf einem Multitouch-Tisch im Foyer des Roten Rathauses können sich Besucher seit heute spielerisch durch die Hauptstadt klicken, virtuell Sehenswürdigkeiten bewundern und Geschichten abrufen.

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Die Multimedia-Tafel im Roten Rathaus kann von mehreren Anwendern gleichzeitig genutzt werden.

Das Berliner Rathaus lädt seit dem heutigen Montag zu einem virtuellen Bummel durch die Hauptstadt ein. Der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD), hat dafür einen interaktiven Stadtplan im Foyer des roten Backsteinbaus eingeweiht, an dem sich die Besucher spielerisch durch die Hauptstadt klicken, multimedial Sehenswürdigkeiten wie das Schloss Charlottenburg oder das Olympiastadion bewundern und Geschichten von Werbebotschaftern Berlins abrufen können. Die Oberfläche des berührungsempfindlichen, vier mal vier Meter großen Tisches ist der Form Berlins nachgebildet und zeigt eine Satellitenkarte der Großstadt.

Zum Einsatz kommt auf der von mehreren Nutzern gleichzeitig zu bedienenden Multitouch-Tafel eine zum Patent angemeldete Lösung der Berliner Multimediaschmiede ART+COM mit dem Titel Proximatrix. Sie ermöglicht es, berührungsempfindliche Oberflächen von praktisch jeder Größe und Form herzustellen. Dazu wird ein System mit entsprechenden Sende- und Empfangsmodulen unter der Oberfläche der Installation angebracht. Ein Controller liefert über USB oder Ethernet rund zwanzigmal in der Sekunde 400 Messwerte pro Quadratmeter, die von einer speziellen Treibersoftware ausgewertet und an die Anwendung weitergeleitet werden. Das System ist die zweite Generation einer Näherungssensorik für große Flächen. Die erste Version wird seit 2004 in einer Vielzahl von Anwendungen für Kunden aus Industrie, Kultur und Forschung eingesetzt. Ihre Premiere feierte sie im Berliner Jüdischen Museum mit einer neun Meter langen Oberfläche.

Die Abbildung des Stadtplans im Roten Rathaus wird von zwei Beamern, die mit einer Auflösung von 1400 × 1050 Pixeln und einer Strahlungsleistung von 3000 ANSI-Lumen arbeiten, auf die Oberfläche projiziert. Ein interaktives Soundsystem komplettiert das System akustisch. Gesteuert wird die Anwendung von einem Hochleistungsrechner, der speziell für 3D-Zwecke ausgerüstet ist. Den Medientisch haben die Senatskanzlei Berlin sowie die Vermarktungsgesellschaft Berlin Partner in Auftrag gegeben. Realisiert hat ihn ART+COM gemeinsam mit dem langjährigen Partner ICT und der Messebau-Firma Fairform. Teile der Hardware haben die beteiligten Unternehmen gesponsert, die verbleibenden Kosten für den Steuerzahler belaufen sich auf rund 100.000 Euro. (Stefan Krempl) / (pmz)