Freenet: Großaktionäre fordern Entscheidung der Hauptversammlung über Debitel
Das Gezerre um Freenet – und der Briefwechsel der Vorstände – geht weiter. In einem Schreiben an die Freenet-Chefetage drängen die Großaktionäre Drillisch und United Internet darauf, die Hauptversammlung über den Debitel-Deal abstimmen zu lassen.
Die Freenet-Großaktionäre Drillisch und United Internet wollen über den Erwerb des Konkurrenten Debitel eine Hauptversammlung abstimmen lassen. "Bei dem etwaigen Erwerb der Debitel AG handelt es sich um eine entscheidende Weichenstellung für die zukünftige Ausrichtung und Strategie des Unternehmens, die massive Auswirkungen auf den derzeitigen Aktionärskreis haben würde", heißt es in einem Schreiben der beiden Gesellschafter an die Freenet-Führung, das der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX vorliegt. Daher sollten die Aktionäre auf einer Hauptversammlung dem Erwerb zustimmen.
Freenet will seine Anteilseigner nicht über die Transaktion abstimmen lassen. Die Übernahme des größeren Konkurrenten soll innerhalb der kommenden Tage über die Bühne gebracht werden und damit vor dem geplanten Aktionärstreffen im Juni. Einen konkreten Termin für die jährliche Hauptversammlung hat Freenet noch nicht bekannt gegeben. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte, der Brief von Drillisch und United Internet habe Freenet zur Kenntnis genommen. Die beiden Gesellschaften kontrollieren über eine Zwischenholding rund ein Viertel der Freenet AG. Sie lehnen die geplante Übernahme von Debitel ab, da sie selbst Freenet übernehmen und zerschlagen wollen.
Nach Angaben aus Verhandlungskreisen hat sich Freenet mit dem Debitel-Eigner Permira auf einen Verkauf des Serviceproviders geeinigt. Offen ist noch die Zustimmung der Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone D2, die in Kürze erfolgen soll. Durch den Zusammenschluss soll der mit rund 19 Millionen Handy-Kunden drittgrößte Mobilfunkanbieter Deutschlands entstehen. (dpa) / (vbr)