Oracle-Chef hat im Verfahren um Aktionärsklage Beweismaterial zurückgehalten

Oracle-Chef Larry Ellison hat nach Ansicht einer Richterin in einem Schadenersatzprozess entgegen seiner Pflicht Beweismaterial nicht ausgehändigt oder dafür gesorgt, dass es zerstört wird.

vorlesen Druckansicht 9 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Oracle-Chef Larry Ellison hat nach Ansicht einer Richterin im Verfahren über eine vor fast acht Jahren eingereichte Aktionärsklage um Schadensersatz wegen angeblich vorenthaltener Informationen über den Geschäftsverlauf bewusst Beweismaterial zurückgehalten. Ellison wird vorgeworfen, im Januar 2001, wenige Wochen vor einer Gewinnwarnung des Unternehmens, Aktien im Wert von fast 900 Millionen US-Dollar verkauft zu haben. Der Kurs der Oracle-Aktie brach nach der Gewinnwarnung am 1. März 2001 um nahezu 5 US-Dollar (22 Prozent) ein. Die US-Bezirksrichterin Susan Illston will im Verfahren Nursing Home Pension Fund gegen Oracle laut Medienberichten die Jury nun anweisen anzunehmen, dass Ellison über die Bilanzprobleme Bescheid wusste, bevor er sie an die Investoren weitergab.

Bei den zurückgehaltenen Dokumenten soll es sich um E-Mails handeln. Außerdem habe Ellison entgegen seiner Pflicht nicht dafür gesorgt, dass Aufnahmen und Abschriften von Interviews mit ihm erhalten bleiben, die der Journalist Matthew Symonds in den Jahren 2001 und 2002 im Rahmen der Recherche zu seinem Buch Softwar angefertigt hat. Dieser habe das Material auf seinem Notebook gespeichert, das er Ende 2006 oder 2007 in einem Computerladen zerstören ließ, sagte die Richterin laut den Berichten. Ellison habe dem Gericht nur die Aufzeichnungen aus dem Jahr 2002 übergeben, nicht aber die aus dem Vorjahr. (anw)