Netzwerkfähiger Player für HD-Videos
Hauppauge präsentiert in Hannover mit dem "mediaMVP-HD" den Prototyp seiner neuen Kategorie von Geräten, die HD-Videos bis zur Auflösung 1080p von einem USB-Wechselmedium oder einem Server im Netzwerk abspielen sollen.
(Bild: Nico Jurran)
Hauppauge zeigt auf der CeBIT (Halle 25, Stand D40) mit den Prototypen des "mediaMVP-HD" eine Kombination aus einem USB-Videoplayer und einem Streaming-Client, die ab Juni zum Preis von rund 100 Euro in Deutschland angeboten werden soll. Das kleine weiß-silberne Kästchen ist in der Lage, Videos bis zu einer Halbbildauflösung von 1920 × 1080 Bildpunkten (1080i) abzuspielen, die ihm via USB-Wechselmedium (2 USB-2.0-Ports sind vorhanden) oder von einem UPnP-AV-Server im Heimnetzwerk via Ethernet-Verbindung (100 MBit/s) angeboten werden. Die Videobilder liefert der Player via HDMI und YUV-Komponentenausgang an den Fernseher oder Projektor, für den Ton steht (zusätzlich zur Übertragung via HDMI) ein optischer Digitalausgang und ein analoger Line-Out (Stereo) zur Verfügung. Wer sich auf Standardauflösung beschränken will, findet an dem Gerät noch eine S-Video- sowie eine Composite-Buchse. Eine Fernbedienung ermöglicht die bequeme Steuerung der Box von der Couch.
Dass der mediaMVP-HD das HD-Format nicht in Vollbildern ausgeben kann, liegt laut Entwickler an seiner Speicherausstattung, die lediglich 256 MByte umfasst. Noch in diesem Jahr soll es aber auch eine "Pro"-Variante des Geräts mit doppelt so viel RAM geben, die dann auch die 1080p-Ausgabe ermöglicht. Zudem bietet dieses Modell auch eine Anbindung ans Heimnetz via WLAN nach dem Standard IEEE 802.11n. Der mediaMVP-HD-Pro wird mit 200 Euro dann aber auch gleich doppelt so teuer.
Laut Hauppauge spielt der mediaMVP-HD auf jeden Fall Videos ab, die in den Formaten DivX 5 und 6, MPEG-1, MPEG-2 oder MPEG-4 AVC (H.264) kodiert wurden. Da in der Box ein Videochip vom Typ Sigma Designs SMP8654 seinen Dienst tun soll, müsste für das Gerät aber eigentlich auch die Wiedergabe von HD-Videos im VC-1- und im WMV-Format kein Problem darstellen. Als weitere unterstützte Multimediaformate wurden bislang MP3, WAV, BMP und JPEG genannt – allerdings mit dem Zusatz "vielleicht mehr".
Der mediaMVP-HD wird sich sicher mit dem derzeit recht stark nachgefragten HD-Videoplayer "WD TV" von Western Digital (Test in der c't 5/09) messen lassen müssen, der zum Straßenpreis um 100 Euro eine 1080p-Wiedergabe bietet, jedoch keinen Netzwerk-Anschluss. Im Unterschied zum WD-Gerät spielte Hauppauges Prototyp noch keine Videos ab, die in dem bei der Internet-Videoszene beliebten Matroska-Container (MKV) stecken. Daraus sollte man jedoch nicht schließen, dass Hauppauge allzu große Vorbehalte gegen Tauschbörsen hegt: Der mediaMVP-HD soll nicht nur mit einem Bittorrent-Client versehen werden, sondern über ein Plug-in sogar direkt Kontakt zur Torrent-Tracker Mininova aufnehmen können. (nij)