Bericht: Microsoft an tschechischem Portal interessiert

Der US-Konzern gehört Berichten zufolge zu den möglichen Käufern der Suchmaschine Seznam.cz, die trotz eines Dementis von Gründer und Mehrheitsaktionär Ivo Lukacovic zum Verkauf stehen soll.

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Der US-Softwarekonzern Microsoft gehört einem Zeitungsbericht zufolge zum Kreis der möglichen Käufer des tschechischen Internetportals Seznam.cz. Wie die tschechische Wirtschaftszeitung Hospodarske Nowiny am heutigen Montag unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtet, werde Microsoft-Chef Steve Ballmer mit dem Seznam-Gründer und Mehrheitsaktionär Ivo Lukacovic im Mai in Prag zusammenkommen, wenn Ballmer für einen Vortrag in der tschechischen Hauptstadt weilt. Eine Übernahme des Portals passe zu Microsofts Plänen, seine Position im Online-Geschäft auszubauen, erfuhr die Zeitung aus Unternehmenskreisen.

Lukacovic, der die Suchmaschine 1996 gegründet hatte und 70 Prozent der Anteile hält, habe eine Verkaufsabsicht dagegen wiederholt dementiert und auch gegenüber Hospodarske Nowiny erneut bekräftigt, Seznam nicht verkaufen zu wollen. Allerdings berichtet die Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf Aktionärskreise, dass sowohl die Anteile zweier Minderheitsaktionäre als auch Lukacovics Aktienpaket zum Verkauf stünden. Mögliche Interessenten sollen bereits Geheimhaltungsabkommen für den Bezug des Verkaufsprospekts unterzeichnet haben, hieß es in Berichten am vergangenen Freitag. Zuvor habe Goldman Sachs, die den Verkauf abwickelnde Bank, den möglichen Käuferkreis von strategischen Investoren auf Investmentunternehmen ausgeweitet.

Das Internetportal Seznam.cz wurde von Lukacovic 1996 als erste tschechische Suchmaschine gegründet und zählt rund 2,1 Millionen tägliche Besucher. Der Marktwert von Seznam beläuft sich CTK zufolge schätzungsweise auf 16 Milliarden tschechischen Kronen (rund 630 Millionen Euro). (vbr)