Satellitenbetreiber SES korrigiert Jahresprognosen nach unten

Nach der gescheiterten Inbetriebnahme des US-Fernsehsatelliten AMC-14 und einer mangelnden Akzeptanz der deutschen Digital-TV-Plattform Entavio rechnet der weltweit fĂĽhrende Satellitenbetreiber SES fĂĽr das Jahr 2008 mit Abstrichen bei Umsatz und Gewinn.

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  • dpa

Der weltweit fĂĽhrende luxemburgische Satellitenbetreiber SES (Betzdorf) wird in diesem Jahr weniger stark wachsen als bisher geplant. Vor allem der gescheiterte Start des US-Fernsehsatelliten AMC-14 und mangelnde Akzeptanz der deutschen Digital-TV-Plattform Entavio sind dafĂĽr verantwortlich, sagte SES- Chef Romain Bausch am Montag. Das Wachstum, noch im Februar auf sechs Prozent veranschlagt, werde nur noch etwa vier Prozent betragen.

Nach den ersten drei Monaten dieses Jahres mit starken Gewinnzuwächsen bezeichnete Bausch die Geschäftsaussichten für das gesamte Jahr trotz der Finanzmarktkrise und des schwächelnden US-Dollars als "robust". SES erwarte in diesem Jahr einen Umsatz zwischen 1,58 und 1,62 Milliarden Euro. Im Februar waren es noch 1,62 bis 1,66 Milliarden Euro gewesen. Allerdings soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro nur sehr geringfügig unter den bisherigen Erwartungen liegen.

Die erst im September 2007 auf den deutschen Markt gebrachte Digital-Plattform Entavio leide "unter geringer Akzeptanz der Verbraucher", sagte Bausch. Die Kosten sollten nun "substanziell verringert", die Verluste in diesem Jahr auf 16 (2007: 21) Millionen Euro gedrĂĽckt werden. Mit Premiere, dem wichtigsten Partner beim Entavio-Projekt, gebe es zu starke Ăśberlappungen. Es solle nun versucht werden, Entavio nicht mehr direkt an den Fernsehzuschauer zu vermarkten.

Der im März gestartete Satellit AMC-14, der seine Umlaufbahn nicht erreichte, falle vor allem wegen ausbleibender laufender Einnahmen ins Gewicht. Mit den Versicherungen befinde man sich wegen einer Zahlung von rund 150 Millionen Dollar (95 Millionen Euro) in Gesprächen.

Bausch sagte, es gebe "mehrere laufende Diskussionen" über mögliche Zukäufe oder Übernahmen. Minderheitsbeteiligungen seien allerdings uninteressant. SES wolle vor allem aus eigener Kraft wachsen, doch bleibe das Unternehmen um geografische Ausdehnung in Nahost, Afrika und Lateinamerika bemüht. Im ersten Quartal blieb der Umsatz mit 390 Millionen Euro nominal stabil. Bereinigt um Sondereinflüsse stieg der Umsatz jedoch um 9,1 Prozent. Der Betriebsgewinn stieg im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 165,5 Millionen Euro und der Nettogewinn um 24 Prozent auf 121 Millionen Euro. (dpa) / (pmz)