Klima im Mittelstand erholt sich wieder
Im Herbst 2013 zeigt sich der deutsche Mittelstand zufrieden: Im Vergleich zu Vorjahrezeitraum werden Wirtschafts- und Finanzierungslage wieder deutlich stabiler eingeschätzt.
Die Wirtschafts- und Finanzierungslage im deutschen Mittelstand hat sich seit letztem Herbst deutlich verbessert. Das zeigt der Creditreform Geschäftsklimaindex (CGK), bei dem die Unternehmen ihre aktuelle Situation bewerten und Prognosen für die künftige Geschäftsentwicklung abgeben. Der daraus errechnete Wert liegt aktuell bei 29,0 Punkten, im vergangenen Jahr waren es nach einer deutlichen Abschwächung nur 22,7.
So sprechen aktuell 56,8 Prozent der Mittelständler von einer sehr guten bis guten Geschäftslage, im Vorjahr taten dies "nur" 54 Prozent. Allerdings gilt das nicht für alle Branchen: Der Handel zeigt sich mit 47,2 Prozent an positiven Bewertungen deutlich zurückhaltender.
Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand (8 Bilder)

Die Geschäftserwartungen der mittelständischen Betriebe fallen ebenfalls deutlich positiver aus als noch im vergangenen Herbst. 54,1 Prozent der Befragten äußern sich zuversichtlich, im Vorjahr waren es 48,1 Prozent. Der Anteil derer, die pessimistisch in die Zukunft blicken, ist von 4 auf 2,8 Prozent gesunken.
Für die positiven Signale gibt es handfeste Gründe: so sind die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahr bei 34,7 Prozent der Befragten deutlich gestiegen (2012: 29,6 Prozent). Allerdings registrierte der Handel die schwächsten Auftragseingänge, hier berichten 28,4 Prozent von einem deutlichen Sprung – dies bedeutet allerdings eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 22,2 Prozent. Die größten Steigerungen verzeichnete das Baugewerbe. 25,3 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Auftragslage sich weiter verbessern wird (2012: 17,0 Prozent), Rückgänge erwarten in naher Zukunft nur noch 10,4 Prozent (Vorjahr: 15,9 Prozent).
Von einer positiven Umsatzentwicklung berichten 37,4 Prozent der Betriebe, das sind ebenfalls mehr als bei der letzten Befragung (2012: 32,5 Prozent). 14,1 Prozent mussten allerdings Umsatzrückgänge hinnehmen (Vorjahr: 18,3 Prozent). Bei der künftigen Umsatzentwicklung gehen 28,6 Prozent von weiteren Zuwächsen aus (2012: 24,7 Prozent), 11 Prozent (Vorjahr: 14,7 Prozent) rechnen mit Umsatzrückgängen. Ihre Preise haben 19 Prozent der Befragten erhöht, 8,3 Prozent haben sie gesenkt. Im kommenden Jahr wollen 20,8 Prozent der Befragten die Preise weiter anheben.
Was den Personalbestand anbetrifft, haben 68 Prozent ihren Mitarbeiterstab in den vergangenen zwölf Monaten stabil gehalten, 23,2 Prozent haben aufgestockt und 8,5 Prozent haben Mitarbeiter entlassen. 2014 planen 14,6 Prozent der Befragten Neueinstellungen, 8,5 Prozent rechnen mit Entlassungen. Nahezu unverändert ist die Investitionsbereitschaft: im vergangenen Jahr haben 47,2 Prozent der Betriebe Gelder in das eigene Unternehmen investiert, 2013 taten das 47,4 Prozent.
Vorsichtig zeigen sich die Firmen auch bei Prognosen zur künftigen Ertragslage. Derzeit berichten 28,8 Prozent von steigenden Gewinnen (Vorjahr: 23,4 Prozent), für die Zukunft rechnen aber nur noch 20 Prozent damit und damit deutlich weniger als im Vorahr (2012: 27,3 Prozent). Insgesamt gehen aber wieder mehr Unternehmen von stabilen Erträgen für die Zukunft aus (66,7 Prozent gegenüber 48,5 Prozent im Vorjahr).
Doch auch für schlechtere Zeiten zeigen sich die Firmen gut gewappnet: Eine kräftige Eigenkapitaldecke von über 30 Prozent Eigenkapital steht 26,8 Prozent der Betriebe zur Verfügung (Vorjahr: 27,1 Prozent), 31,1 Prozent verfügen über weniger als 10 Prozent Eigenkapital (2012: 30,5 Prozent). ()