Torrent-Suchmaschine isoHunt lebt als Archiv weiter

Unbekannte haben die Torrent-Suchmaschine wiederbelebt die erst vor wenigen Tagen nach einem langen Rechtsstreit mit der Filmindustrie vom Netz gegangen war. Selbst eine Millionenstrafe kann sie nicht abschrecken.

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isoHunt ist tot, lang lebe isoHunt: Frei nach diesem Motto haben Unbekannte die Torrent-Suchmaschine wiederbelebt, die erst vor wenigen Tagen nach einem langen Rechtsstreit mit der Filmindustrie vom Netz gegangen war. Auf einer neuen Domain und mit dem bekannten Layout haben die neuen Betreiber rund drei Viertel des isoHunt-Archivs veröffentlicht, schätzt das Fachblog TorrentFreak.

Mitte Oktober hatte sich der Betreiber der beliebten Torrent-Suchmaschine mit der Filmbranche auf einen Vergleich geeinigt, der eine Strafe von 110 Millionen US-Dollar (80 Millionen Euro) und die Schließung der Website vorsieht. Ein US-Berufungsgericht hatte zuvor bestätigt, dass die Betreiber der Website wegen Anstiftung zur massenhaften Urheberrechtsverletzung zur Verantwortung gezogen werden können.

isoHunt-Gründer Gary Fung hatte nach dem außergerichtlichen Vergleich angekündigt, die Website am 23. Oktober zu schließen, dann aber schon zwei Tage früher den Stecker gezogen. Fung hatte von den Plänen eines "ArchiveTeam" erfahren und wollte die Archivierung der Website verhindern. Laut TorrentFreak waren jedoch ein anderes Projekt erfolgreich. Ehemalige Mitarbeiter von isoHunt haben gegenüber TorrentFreak betont, dass sie mit dem Archiv nichts zu tun haben.

US-Filmstudios hatten Fung im Jahr 2006 zusammen mit den Betreibern anderer Filesharing-Websites verklagt. Torrent-Indizes hatten sich stets damit zu verteidigen gewusst, dass sie selbst keine Urheberrechtsverletzungen begehen und als Suchmaschine lediglich Links verzeichnen. Im Prozess gegen isoHunt wurde Fung jedoch im verkürzten Verfahren ohne Jury für schuldig befunden, Dritte zu Urheberrechtsverletzungen anzustiften. Wegen seiner Kenntnis der von isoHunt-Nutzern begangenen Verstöße könne Fung das Haftungsprivileg für Suchmaschinenbetreiber nicht für sich beanspruchen. (vbr)