Samsung-Manager gibt Blu-ray Disc noch 5 Jahre

In einem Interview wird Andy Griffiths, Director of Consumer Electronics bei Samsung UK, mit den Worten zitiert: "Ich denke, die Blu-ray existiert noch 5 Jahre; ich würde ihr sicher keine 10 mehr geben".

vorlesen Druckansicht 165 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.

Von Toshiba als Verfechter des gescheiterten HD-Disc-Formats HD DVD sind wir negative Prognosen über das ehemalige Konkurrenzformat Blu-ray Disc gewohnt. Nun jedoch überraschte Andy Griffiths, in Großbritannien als Director Consumer Electronics beim Blu-ray-Verfechter Samsung tätig, in einem Interview mit Pocket-lint mit der Vorhersage des nahenden Todes des vermeintlich siegreichen Formats: "Ich denke, die Blu-ray existiert noch 5 Jahre; ich würde ihr sicher keine 10 mehr geben.". In der verbleibenden Zeit werde die Blu-ray Disc nach Griffiths' Vorstellung aber noch zum Verkaufsschlager – dank des Endes des HD-Disc-Kriegs, immer billigerer Player und weil Online-Videotheken wie LoveFilm die HD-Scheibe in ihr Angebot aufgenommen haben. Dass 2008 das Jahr dieses Formats werde, sei schon daran zu erkennen, dass Samsung nicht mehr mit der Auslieferung der vorbestellten Blu-ray-Player nachkomme.

Nicht ganz unwahrscheinlich erscheint uns, dass von der koreanischen Konzernzentrale in den kommenden Tage eine "Berichtigung" veröffentlicht wird, wonach Griffiths Aussage entweder falsch wiedergegeben wurde oder der Director seine persönliche Meinung geäußert habe, die nichts mit dem des Unternehmens zu tun habe. Sicher ist auf jeden Fall, dass die Aussage, 2008 werde das Jahr des Blu-ray Disc, den aktuellen Vorhersagen widerspricht.

Auch Dongho Shin, Senior Vice President des Elektronikkonzerns Samsung, äußerte sich in einem Gespräch mit heise online diesbezüglich unmissverständlich: Derzeit dominiere Sonys Playstation 3 ganz klar den Markt der Blu-ray-Player, ab 2009 rechne man aufgrund des marktüblichen Preisverfalls bei Stand-alone-Playern aber mit der Wende. In Anbetracht der Summen, die Samsung vor und während des Streits der HD-Disc-Formate (auch durch die Entwicklung von Kombi-Playern) investiert haben dürfte, ist auch bei massiven Player-Vorbestellungen eher unwahrscheinlich, dass die Firmenchefs angesichts der bisherigen Marktentwicklung bei der Blu-ray Disc bereits in Jubel ausbrechen.

Leider teilt Griffiths in dem Interview nicht mit, wie es nach seiner Ansicht beziehungsweise der von Samsung im Bereich der HD-Videomedien nach dem Ende der Blu-ray weitergeht. Selbst wenn man einmal davon absieht, dass es eine Gruppe von Heimcineasten gibt, die Filme in physischer Form mit Hülle etc. besitzen wollen, ist die Auswahl an Alternativen bislang jedenfalls eher ernüchternd. Gerade bei Video-on-Demand fehlen aktuell Dienste, die Filme aller Hollywood-Studios zur einem vernünftigen Preis (also deutlich unter den 14,99 US-Dollar im Playstation-Store) anbieten. in2movies lieferte Ende Mai wiederum ein Paradebeispiel, welche Probleme digitales Rechtemanagement bei legal erworbene Filme aufwirft, wenn der Dienst einmal eingestellt wird. Vielleicht liegt die Zukunft ja bei vorbespielten Speicherkarten, wie PNYs 2-GByte-USB-Stick mit Ghostbusters. In fünf Jahren ist ja vielleicht der 50-GByte-Stick mit HD-Film für unter 20 Euro Standard bei der Film-Distribution. (nij)