Sony schreibt wieder rote Zahlen und senkt Jahresprognose
Mit seinem Ergebnis für das abgelaufene Quartal blieb der japanische Konzern unter den Erwartungen der Analysten. Die bisherige Prognose für das Geschäftsjahr kann Sony nicht beibehalten.
Nach zwei Gewinnquartalen in Folge hat Sony in den vergangenen drei Monaten wieder einen Nettoverlust eingefahren. Unterm Strich steht ein Minus von 19,7 Milliarden Yen (146 Millionen Euro) gegenĂĽber einem Verlust von 15,5 Milliarden Yen vor einem Jahr. Analysten waren laut einem Bericht des Wall Street Journal von 12 Milliarden Yen Nettogewinn ausgegangen. Den Umsatz hingegen konnte der Konzern laut Mitteilung um 10,6 Prozent auf 1,775 Billionen Yen steigern.
Allerdings senkte Sony seine Jahresprognose. Statt von 7,9 Billionen Yen wie im August gehen die Japaner nun von einem Umsatz von 7,7 Billionen Yen. Der operative Gewinn werde nicht voraussichtlich 230 Milliarden, sondern 170 Milliarden Yen betragen, der Nettogewinn statt 50 Milliarden nur 30 Milliarden. Dabei geht Sony davon aus, dass die Nachfrage nach Produkten in allen Bereichen weniger hoch als bisher angenommen ausfallen wird.
Im vergangenen Quartal setzte die Sparte Imaging Products & Solutions mit Video- und Fotokameras mit 175,5 Milliarden Yen 6,9 Prozent weniger um als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Der operative Verlust betrug 2,3 Milliarden Yen gegenüber 2,2 Milliarden vor einem Jahr. Die Spielesparte konnte zwar ihren Umsatz um 5 Prozent auf 155,7 Milliarden Yen steigern, operativ geriet sie aber mit 800 Millionen Yen in die roten Zahlen. Dies ist laut Sony unter anderem auf die Kosten wegen der anstehenden Einführung der Playstation 4 zurückzuführen.
Eine belebte Nachfrage nach Sony-Smartphones und die durchschnittlich höheren Preise für die Geräte haben der Sparte Mobile Products & Communications zu einem Umsatzsprung von knapp 40 Prozent auf 417 Milliarden Yen verholfen. Den operativen Verlust dieser Sparte konnte Sony von 23 Milliarden auf 900 Millionen Yen eindämmen. Ebenfalls steigern konnte sich die Unterhaltungsgeräte-Sparte. Hier wuchs der Umsatz um fast 12 Prozent auf 264 Milliarden Yen. Der operative Verlust schrumpfte von 15,8 Milliarden auf 12,1 Milliarden Yen. Die Halbleitersparte hatte dagegen einen Umsatzrückgang von 17 Prozent auf 208 Milliarden Yen zu vermelden.
Unter anderem der Erfolg des Films The Amazing Spider-Man an den Kinokassen hat nach Unternehmensangaben dazu beigetragen, dass Sonys Filmsparte mit 178 Milliarden Yen 9 Prozent mehr umsetzte als vor einem Jahr. Allerdings geriet Sony nach einem operativen Gewinn von 7,9 Milliarden Yen vor zwölf Monaten nun mit 17,8 Milliarden Yen in die Verlustzone. Nach zwei Flops an den Kinokassen in Folge hatte diesen Sommer der US-Investor Daniel Loeb gefordert, die Unterhaltungssparte vom Gesamtkonzern abzuspalten. Sony hat dies bisher abgelehnt. (anw)