OLPC-Projekt will Hardware-Spezifikationen freigeben
Die Hardware-Spezifikationen der nächsten Generation des OLPC-Notebooks ("One Laptop Per Child") von Nicholas Negroponte sollen frei verfügbar sein und so zum Nachbau ermutigen.
Nicholas Negroponte, der Initiator des Projekts One Laptop Per Child, hat neue Einblicke in die Entwicklung der zweiten Generation des OLPC gegeben. Das Nachfolgegerät des aktuellen Modells XO-1 soll sich wie ein Buch halten lassen und mit zwei Touchscreens ausgestattet sein. Dreht man das Gerät in die herkömmliche Laptop-Ausrichtung, soll das untere davon eine Tastatur abbilden. Als Preisindikator nennt Negroponte 75 US-Dollar.
Anders als bei den Geräten der ersten Generation will das Projekt die Hardware-Spezifikationen des XO-2 offenlegen, sodass sie auch von anderen Entwicklern und Hardware-Herstellern aufgegriffen und kopiert werden können. Durch den Buch-Formfaktor besitzt das Gerät auch Potenzial als günstiger E-Book-Reader, nicht nur für Kinder in Entwicklungsländern – die Zielgruppe des Notebooks –, sondern auch für den Massenmarkt in Europa und den USA.
Das OLPC-Projekt hat zum Ziel, möglichst viele Kinder in Ländern der Dritten Welt ein Exemplar des Laptops zur Verfügung zu stellen und so zu deren Bildung beizutragen. Die Geräte kommen nicht in den freien Verkauf, sondern werden von Behörden bestellt. 5000 XO-Laptops stiftete das Projekt in der vergangenen Woche für palästinensische Kinder im Gazastreifen.
Nach Angaben von Negroponte, dessen Organisation auch die Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommt, sind derzeit 600.000 Laptops der ersten Generation im Umlauf, während weitere 250.000 kurz vor der Auslieferung stehen und die Produktion von 380.000 Exemplaren bald anlaufen soll. (akl)