Steiler Anstieg von Methan in der Atmosphäre im Jahr 2007
Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) meldet zudem auch einen weiteren Anstieg des CO2-Gehalts um 2,5 ppm oder 19 Milliarden Tonnen.
- Florian Rötzer
Nach Angaben der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) ist im letzten Jahr die Konzentration des Klimakillers Methan 2007 steil angestiegen. Nachdem sie 10 Jahre lang weitgehend stabil gewesen ist, nahm sie sie im letzten Jahr um 27 Millionen Tonnen zu.
Weiter angestiegen ist auch der CO2-Gehalt mit 0,6 Prozent oder 19 Milliarden Tonnen in der Atmosphäre. Allein im letzten Jahr ist damit die CO2-Konzentration um 2,4 ppm (parts per million) auf fast 385 ppm gestiegen. Der CO2-Gehalt vor 1850 lag bei 280 ppm. Die Zunahme beschleunigt sich kontinuierlich. Wuchs der CO2-Gehalt in den sechziger Jahren noch durchschnittlich um 1 ppm pro Jahr, so waren es in den achtziger Jahren bereits 2 ppm und seit 2000 sind es jährlich über 2 ppm.
Die Methan-Konzentration nahm 2007 erstmals wieder seit 1998 zu. Auch wenn der Gehalt von Methan in der Atmosphäre bei 1.800 ppb (parts per billion) sehr viel geringer ist als der von CO2, hat es ein 25 Mal höheres Treibhauspotenzial. Die NOAA führt den Anstieg auf den Wirtschaftsaufschwung in Asien und die zunehmenden Emissionen aus den Feuchtgebieten in der Artkis und in den Tropen zurück. Wie Ed Dlugokencky von der NOAA sagt, sei es aber noch zu früh, um einen neuen Wachstumstrend festzustellen. Die NOAA geht davon aus, dass auch das Auftauen von arktischen Permafrostgebieten, die eine riesige Kohlenstoffsenke sind, allmählich eine Rolle spielen könnte. Tauen die Permafrostböden in immer tieferen Schichten auf, dann werden große Mengen an CO2 und Methan freigesetzt, die die Erwärmung weiter beschleunigen.
Nach einer in Nature Geoscience online erschienenen Studie hat ein globaler Thermostat während der letzten 610.000 Jahre dafür gesorgt, dass die CO2-Werte in der Atmosphäre trotz erheblicher Schwankungen begrenzt und stabil gehalten wurden. Der CO2-Gehalt habe in der Atmosphäre um nie mehr als 22 ppm geschwankt, da die CO2-Emissionen vor allem durch Vulkanausbrüche normalerweise durch die Verwitterung von Kalk- und Silikatgestein kompensiert wurde. Nach Ansicht der Wissenschaftler sind die natürlichen selbstregulierenden Steuermechanismen, die CO2 aus der Atmosphäre entfernen, für die schnelle Freisetzung von Treibhausgasen durch den Menschen einfach zu langsam. Seit der Industrialisierung steige der CO2-Gehalt um "14.000 Mal schneller als der langfristige durchschnittliche Wandel während der letzten 610.000 Jahre". (fr)