Microsoft will auch bei der Linux-Verwaltung helfen
Auf dem Microsoft Management Summit 2008 reklamierten die Redmonder ihre Zuständigkeit für heterogene IT-Landschaften.
Bob Muglia, Microsofts Manager für das Server- und Tools-Geschäft, nutzte die Umgebung des Microsoft Management Summit 2008, um den weiteren Ausbau in Sachen Systemmanagement zu verkünden. In der von Microsoft gewohnten Bescheidenheit reklamierte Muglia in Las Vegas nicht mehr und nicht weniger als die Neudefinition des IT-Managements in Unternehmen. Konkret baut Microsoft seine Systemmanagement-Lösung, die nach einigen Namenswechseln heute unter der Bezeichnung System Center vermarktet wird, für die Unterstützung heterogener Infrastrukturen einschließlich Virtualisierung aus. So wurde anlässlich des Summit die Beta-Version der Cross Platform Extensions des System Center Operations Manager 2007 für die Öffentlichkeit freigegeben, um mit der Managementumgebung neben den eigenen Windows-Servern auch Fremdplattformen und –anwendungen verwalten zu können.
Dieser Schritt war spätestens seit der 2006 erfolgten Verbrüderung mit Novell erwartet worden. Keine große Überraschung ist ebenso, dass die Cross Platform Extensions auf Basis von Industriestandards und Open-Source-Techniken (u. a. Web Services for Management und OpenPegasus) umgesetzt werden. Schließlich engagiert Microsoft sich bereits seit längerem in der DMTF (Distributed Management Task Force), die sich um die Spezifikation zum WS-Management kümmert. Und OpenPegasus ist einfach nur eine Open-Source-Implementierung der DMTF CIM (Common Information Model)- und WBEM (Web based Enterprise Management)-Spezifikationen. Nach einem Objekt-Provider-Modell werden dabei die Informationen der zu verwaltenden Objekte über den CIMOM (Model Object Modeller) für die eigentlichen Managementanwendungen verständlich gemacht. Microsoft will sich aber nicht nur der OpenPegasus-Sourcen bedienen, sondern kündigte an, sowohl dem OpenPegasus Steering Committee beizutreten als auch eigene Programmquellen einzubringen. Dies soll unter dem Dach der Microsoft Public License geschehen, die von der Open Source Initiative (OSI) anerkannt wird.
Mit dem jetzigen Schritt erfindet Microsoft das IT-Management sicherlich nicht neu. Er wird dem Unternehmen aber ein wenig mehr Reputation im Rechenzentrumsbetrieb verschaffen. Bis Microsoft in Sachen Heterogenität mit CA, HP, Tivoli&Co. gleichgezogen hat, wird es eine Weile dauern. "Out of the box" beschränkt sich das Engagement zunächst auf Server unter HP-UX, Red Hat Enterprise Linux, Sun Solaris und Suse Linux. Novell, Quest and Xandros haben aber bereits angekündigt, eigene Add-ons unter Einsatz der Cross Platform Extensions zu entwickeln, um u. a. Software der Apache Software Foundation, Sun/MySQL und Oracle einzubinden. (Achim Born) / (ck)