Handys in OPs und Intensivstationen sind Bakterienträger

Nach einer Studie befinden sich auch gefährliche, hochresistente Bakterien auf den Handys, die Ärzte und Schwestern mit sich führen.

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Von
  • Florian Rötzer

Türkische Wissenschaftler von der Medizinischen Fakultät der Universität Ondokuz Mayis haben nachgewiesen, dass Bakterien nicht nur auf Computertastaturen in Krankenhäusern gedeihen, sondern auch auf Handys von Krankenhausmitarbeitern. Für ihre Studie, die in den Annals of Clinical Microbiology and Antimicrobials erschienen ist, haben sie Proben von Handys und Händen von 200 Ärzten und Krankenschwestern in den Operationsräumen und Intensivstationen untersucht. 95 Prozent der Handys waren kontaminiert mit unterschiedlichen Bakterien, darunter auch solchen, die gefährliche nosokomiale Infektionen (Krankenhausinfektionen) verursachen können.

Auf über 31 Prozent der Handys (und 39,5 Prozent der Hände) wurden gegenüber dem Antibiotkum Zeftadizin resistente Gram-negative Bakterien gefunden. Die gefährlichen "Superbugs", die Methicillin-resistenten, Gram-positiven Staphylococcus-aureus-Bakterien, kamen noch häufiger vor. Sie befanden sich auf 52 Prozent der Handys und auf 37,7 Prozent der Hände. Nur 10,5 Prozent der Krankenhausmitarbeiter reinigen regelmäßig ihre Handys. Die Wissenschaftler weisen deswegen darauf hin, dass das Krankenhauspersonal angewiesen werden müsste, regelmäßig nicht nur Hände, sondern auch Handys zu sterilisieren. Empfohlen wird, künftig Handys aus antibakteriellen Materialien herzustellen.

Siehe dazu auch in Telepois:

(fr)