Schwebeklasse
Der Zulieferer Freudenberg gibt die Serienreife eines berührungsfreien Kurbelwellendichtrings bekannt. Er soll dank sogenannter Gasschmierung die Reibung weiter senken helfen
Weinheim, 13. November 2013 – Der Zulieferer Freudenberg, Inhaber des Warenzeichens für den legendären Simmerring von 1929, gibt die Serienreife eines berührungsfreien Radialwellendichtrings bekannt. Er soll dank sogenannter Gasschmierung die Reibung weiter senken helfen.
Die Reibungsminimierung im Motor ist einer der wichtigeren Bereiche, in denen die Entwickler neue Potentiale zur Verbrauchssenkung heben können. Ganz augenscheinlich ist das bei Kolbenringen, die über eine relativ große Fläche mit ziemlich hohem Druck anliegen müssen, um Verbrennungsdruck, Gase und Schmierstoff voneinander zu trennen. Dabei legen sie auf ihren Dichtflächen im Zylinder weite Strecken zurück. Das ist offensichtlich und ganz einleuchtend. Dass aber sogar bei den Wellendichtringen der Kurbelwelle offenbar noch lohnendes Potenzial liegt, hat nun der Zulieferer und Dichtringspezialist Freudenberg Sealing Technologies bewiesen. Er meldet die Serienreife von berührungslosen Dichtringen, die ein Luftpolster aufbauen, das Gasen und Flüssigkeit den Austritt aus und Staub oder Wasser den Eintritt in den Motor verwehren kann.
Schwebeklasse (3 Bilder)

(Bild: Freudenberg Burgman)
Wieder eine Errungenschaft aus der Großtechnik
Der neue Dichtring ist eine Adaptation aus dem Bereich großtechnischer Verdichter, in denen solche Dichtungen bereits seit den 1960er-Jahren serienmäßig in großem Umfang eingesetzt wurden. Das Know-How dafür war bereits seit Jahrzehnten in Weinheim und konnte nun erstmals auf einen kleinen Dichtring im Automotor übertragen werden - gewissermaßen als Downsizing unter anderen Vorzeichen. Vor allem mussten mehrere Komponenten nicht nur verkleinert werden, sondern auch auf den schmalen Bauraum eines herkömmlichen Wellendichtrings konzentriert. Das neue Produkt nennt Freudenberg ganz passend Levitex, vom lateinischen levitas = Leichtigkeit. In der Technik und Physik bezeichnet Levitation das freie Schweben eines Objektes, wobei im Falle des Dichtrings die Luft im und um den Motor die Dichtung ab einer bestimmten Drehzahl ganz leicht anhebt.