Battle Hack: Wohlfühl-Apps räumen im Finale ab

Mit der iOS-App "Donate Now" für spontanes Spenden hat das Team aus Moskau den Hauptpreis des Programmier-Wettbewerbs gewonnen.

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Apps für Spenden, zur Kommunikation über Katastrophen, zur körperlichen Ertüchtigung und für die "Demokratisierung von Krediten" haben im Finale des Hackathons Battle Hack die meisten Preise gewonnen. Außerdem war noch ein Projekt für das virtuelle Anprobieren von Kleidungsstücken und deren Bestellung erfolgreich. Zur Teilnahme zugelassen waren die Gewinner der in zehn Städten ausgetragenen Battle Hacks.

Das erschöpfte Moskauer Team nach der Preisverleihung

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Der Hauptpreis von 100.000 US-Dollar geht an das vierköpfige Team aus Moskau: In den 24 Stunden des Hackathons hatte es eine iOS-App namens "Donate Now" für spontane Spenden programmiert. Empfängt das iPhone ein passendes Bluetooth-4.0-Signal, regt es eine milde Gabe an. Die vier Moskauer, Oksana Tretyakova, Alexander Balaban, Sergey Pronin und Bayram Annakov, bauten außerdem ein Arduino-gesteurtes LED-Display zur Anzeige der gesammelten Beträge zusammen, das sich artig mit einer Melodie bedankt.

Als Beispiel nannten die Programmierer eine fahrende Suppenküche: Sie könnte ein Bluetooth-Signal abstrahlen, Geld sammeln, und den Betrag anzeigen. Die Kombination aus Hard- und Software sowie der Einsatz vieler Programmiersprachen (Python, Objective-C, Java, Javascript und Processing) haben die Jury besonders beeindruckt. Annakov überlegt, den Hardwareteil für seine Firma Empatika weiterzuentwickeln. Donate Now wird er wohl nicht unters Volk bringen.

Knapp geschlagen geben musste sich die Equipe aus Tel Aviv mit "Runpal". Dieses Programm soll nach einem Einsatz von fünf Dollar zum regelmäßigen Laufsport animieren. Läufer mit ähnlichem Trainingsplan werden zu zufälligen Paaren zusammengefasst und können mit einander wetteifern. Wer sein Pensum nicht erfüllt, verliert das Geld an den Partner.

Die Sieger-Trophäe "Battle Axe"

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Auf dem dritten Platz landete die Truppe aus Miami mit ihrem "Loan Pal". Dieses Programm soll Kleinkredite zwischen Paypal-Nutzern abwickeln, kombiniert mit einer simplen Methode zur Abschätzung der Kreditwürdigkeit.

Das Berliner Duo schrieb das Programm Net-Pay zur Lohnabrechnung für kurzfristig eingesetztes Personal, wie etwa Projektmitarbeiter oder Saisonarbeitskräfte. Die Präsentation wurde jedoch durch technische Inkompatibilitäten zwischen dem iPhone-Simulator, dem Apple-Laptop und dem Videoprojektor ausgebremst. So ging zwar kein Preis nach Berlin, doch soll Net-Pay zur Marktreife gebracht werden.

Bellalicious heißt das X-Box-Programm der Teilnehmer aus Seattle. Es erfasst den Kunden mittels Kinect und lässt ihn Kleidungsstücke virtuell probieren. Das Gewand kann anschließen über ein Windows Phone oder mittels SMS-Code bestellt werden. Nicht nur der von Nokia gestiftete Sonderpreis, sondern auch jener von Microsoft gingen nach Seattle. Das Team hat nun 60.000 Dollar Guthaben bei Microsofts Cloudplattform Azure.

Aus Austin war das einzige Ein-Mann-Team angereist. Jeff Linwood entwarf mit Desaster Relief eine Mischung aus Spendenplattform und Content Management System für Katastrophenfälle. Wenn der Nutzer noch in der Lage ist, SMS abzusetzen oder zu telefonieren oder E-Mails zu versenden, kann er damit konkrete, persönliche Geschichten aus einem Krisengebiet online stellen und um Spenden bitten. Linwood, der während des Hackathons Geburtstag feierte, gewann sowohl den Sachpreis von SendGrid als auch jenen von Twilio.

Paypal-Chef David Marcus will den Wettbewerb nächstes Jahr neu auflegen. Battle Hacks sollen dann in mehr als zehn Städten ausgetragen werden.

Die mit diesem Bericht verbundenen Reisekosten wurden großteils von Paypal übernommen. (anw)