Lükex 2013: Übung für den biologischen Ernstfall

Mit der "Länder übergreifenden Krisenmanagement-Übung/Exercise" (Lükex) wird alle zwei Jahre kontrolliert, wie Bund und Länder auf einen Ernstfall vorbereitet sind. Simuliert wird diesmal "außergewöhnliche biologische Bedrohungslage".

vorlesen Druckansicht 33 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Detlef Borchers

In der kommenden Woche üben Bund und Länder, wie gut ihre Krisenstäbe auf eine "außergewöhnliche biologische Bedrohungslage" vorbereitet sind. Mit der "Länder übergreifenden Krisenmanagement-Übung/Exercise" (Lükex) wird alle zwei Jahre kontrolliert, wie Bund und Länder auf einen Ernstfall vorbereitet sind. Simuliert wird diesmal eine Schadenslage, bei der die "Gesundheit der Bevölkerung, die Lebensmittelsicherheit und die innere Sicherheit" gefährdet sind, wie das koordinierende Bundesinnenministerium mitteilte. Im Jahr 2011 wurde durchgespielt, wie Deutschland auf einen Cyber-Angriff reagiert.

"Wie reagieren Behörden, Medien und Bürger, wenn in einem kurzen Zeitraum viele Menschen erkranken oder sogar sterben und Lebensmittel als Auslöser im Verdacht stehen?, lautet die Fragestellung für die Stabsrahmenübung Lükex 2013, die am 27. und 28. November an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallvorsorge und Zivilschutz in Bad Neuenahr-Ahrweiler durchgeführt wird. "Vorbild" der Übung ist die EHEC-Epidemie im Jahre 2011 mit insgesamt 53 Toten.

In einem solchen Katastrophenfall müssen die unterschiedlichsten Management-Strukturen reibungslos zusammenarbeiten. Auch die richtige Information der Bevölkerung ist wichtig, weshalb zu LÜKEX ein eigenes Fernsehstudio gehört, in dem "echte" Tagesschau-Sprecher beruhigendes Verhalten üben. Nach den nicht nur positiven Erfahrungen bei der Lükex 2011 sind diesmal mit LÜKILeck und LÜKITweet auch das Internet bzw. soziale Netzwerke in das Szenario eingebunden. Nach Ansicht von Katastrophenforschern ist Twitter in solchen Situationen als Frühwarnsystem und für eine präzise Beurteilung der Lage vor Ort mittlerweile unverzichtbar.

An der diesjährigen Übung sind neben den Fachleuten vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und dem Innenministerium die Bundesländer Berlin, Nordrhein-Westfalen und Thüringen beteiligt. Entsprechend dem biologischen Thema sind Experten vom Gesundheits- und Verbraucherschutzministerium dabei, desgleichen ausgewählte Lebensmittelhersteller und Handelsketten. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Robert Koch-Institut sind mit von der Partie. Nach Abschluss der zweitägigen Übung beginnt für die Lükex-Fachleute die eigentliche Arbeit: Die Auswertung der bei Lükex gemachten Erfahrungen dürfte mindestens ein halbes Jahr dauern. (vbr)