US-Portale machen sich hĂĽbsch

Mit neuem Design und frischen Angeboten sowie mehr Interaktion mit anderen Websites wollen die Portal-Dickschiffe Yahoo und AOL sinkenden Werbeeinnahmen beikommen.

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Von
  • Volker Briegleb

Die auf Werbeeinnahmen angewiesenen US-Portale Yahoo und AOL unterziehen sich einer Schönheitskur. Beide Unternehmen kündigten im Laufe der Woche die Neugestaltung der Homepage und weitere Angebote an. Dabei wollen sich die Portale auch für die Inhalte anderer Angebote öffnen. Die Unternehmen hoffen, mit den Änderungen im Wettbewerb um Internetnutzer und Werbeeinnahmen besser bestehen zu können. Beide Anbieter waren in der Vergangenheit unter starken Druck etablierter Konkurrenten wie Google und Microsoft sowie der neuen Social Networks geraten.

Yahoo-Manager stellten am Donnerstag vor Journalisten ihre neue Strategie vor. Die Homepage des Portals soll in den kommenden Monaten neu gestaltet werden und damit erstmals seit Mai 2006 einen größeren Relaunch erfahren. Nutzer sollen vermehrt die Möglichkeit haben, über Widgets auch Inhalte anderer Anbieter in ihre persönliche Yahoo-Homepage zu integrieren. Die Neugestaltung der Angebote soll stufenweise im Laufe der kommenden Monate erfolgen. Darüber hinaus will Yahoo sein Musik-Angebot für Wettbewerber wie Amazon oder iTunes öffnen.

Zuvor hatte auch AOL angekündigt, dem Besucher- und Umsatzschwund mit einer neuen Homepage und auf verschiedene Zielgruppen ausgerichteten Angeboten begegnen zu wollen. Das Portal will sich für E-Mail-Dienste anderer Anbieter und die beliebten Social Networks öffnen, um Besucher länger auf den eigenen Seiten zu halten. Mit dem Strategiewechsel will sich AOL den veränderten Surfgewohnheiten der Nutzer anpassen, die sich längst nicht mehr in den Grenzen einzelner Portale halten lassen. AOL versucht derzeit, weltweit den Schritt vom Zugangsanbieter zum werbefinanzierten Inhalteportal zu meistern.

Die von Yahoo und Google geschlossene Partnerschaft bei der Werbevermarktung wird indes weiter kritisch begutachtet. Angesichts des – letztlich nicht erfolgreichen – Übernahmeversuchs von Microsoft hatte sich Yahoo in die Arme des starken Konkurrenten begeben. Der Marktführer soll ab Ende September auf einigen Yahoo-Websites in den USA und Kanada seine Werbung platzieren und die Einnahmen mit Yahoo teilen. Kritiker befürchten eine Schwächung des Wettbewerbs im Online-Werbemarkt und in der Folge steigende Werbepreise. (vbr)