US-Behörde stoppt Gentest-Firma 23andme

23andMe trat mit dem Ziel an, jedem das Wissen über seine Erbkrankheiten mit Hilfe günstiger Selbsttest-Sets zugänglich zu machen. Doch jetzt stoppen US-Behörden das von Google mitfinanzierte Start-up wegen fehlender Zulassungen.

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Von
  • dpa

Die von der Ehefrau des Google-Mitgründers Sergey Brin mitgegründete Gentest-Firma 23andMe muss vorläufig den Betrieb einstellen. Die Lebensmittel- und Pharmabehörde Food and Drug Administration (FDA) untersagte den weiteren Verkauf ihrer Selbsttest-Sets, weil sie nicht die erforderlichen Zulassungen bekommen hätten. Daher gebe es keine Sicherheit, dass die Test-Ergebnisse korrekt seien, wie aus einem Brief der FDA an 23andMe hervorgeht.

Die Behörde befürchtet deshalb Fehldiagnosen, die einerseits Menschen mit erhöhtem Risiko von Erbkrankheiten falsche Sicherheit geben – und andererseits ungefährdete Kunden zu kostspieligen oder gefährlichen Behandlungen verleiten könnten. Es gebe keine Sicherheit, dass die Selbsttest-Sets das korrekte Ergebnis anzeigten, betonte die FDA.

23andMe gab zum Brief der FDA nur eine kurze Stellungnahme heraus. Darin versichert das Unternehmen, sich sehr darum zu Bemühen, die Bedenken der Behörde auszuräumen.

Das von Google mitfinanzierte 23andMe verkauft in den USA einen Speicheltest für 99 Dollar. Gründerin und Chefin der Firma ist Anne Wojcicki, Ehefrau des Google-Mitgründers Sergey Brin. Er hatte bei sich selbst mit Hilfe von 23andMe ein erhöhtes Parkinson-Risiko festgestellt. Ein Ziel von 23andMe ist, aus den Ergebnissen eine umfassende Datenbank zur besseren Erkennung der Erbgut-Risiken aufzubauen. Wojcicki und Brin leben inzwischen getrennt, sind aber nicht geschieden. (anw)