Datenschutz-Klage gegen Apple von US-Gericht abgewiesen

US-Richterin Lucy Koh hat eine Klage abgewiesen, die Apple Datenschutzverletzungen durch Dritt-Apps sowie das Sammeln der Standortdaten von iPhone-Besitzern zur Last legte.

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US-Richterin Lucy Koh hat am vergangenen Montag eine Datenschutz-Klage gegen Apple abgewiesen. Die Kläger hatten dem iPhone-Hersteller darin vorgeworfen, die hauseigenen Datenschutzrichtlinien verletzt zu haben. Apple habe iOS so angelegt, dass Apps persönliche Daten ohne Kenntnis und Zustimmung des Nutzers an den Entwickler übertragen können, schrieben die Kläger – dabei ging es unter anderem um die Übermittlung einer eindeutigen Geräte-ID (UDID) an Dritt-Entwickler, die Apple inzwischen unterbunden hat.

Apples "Falschdarstellung" zum Schutz der Nutzerdaten habe dazu geführt, dass sie für ihre iPhones zu viel bezahlt hätten und eine Verringerung der "Akkulaufzeit, Bandbreite sowie des Speicherplatzes" ihres iPhones erlitten, so der Vorwurf der Kläger.

Die Klage legte Apple außerdem zur Last, dass der Konzern von Sommer 2010 bis April 2011 die Standortdaten von iOS-Nutzern auf seinen Servern sammelte – auch wenn die Ortungsdienste des iOS-Gerätes ausgeschaltet waren. Apple hatte dieses Verhalten damals als "Bug" bezeichnet und mit iOS 4.3.3 beseitigt.

Die Kläger konnten allerdings nicht zeigen, dass sie in diesen Fällen einen Schaden erlitten haben, schreibt Richterin Koh in der Begründung der Klageabweisung – ein Kläger müsse zumindest "irgendeinen Beweis" erbringen, dass er die "unterstellten Falschdarstellungen von Apple gesehen, sich auf diese verlassen und dadurch einen Schaden erlitten habe", betont Koh in ihrer Entscheidung.

Der Fall bestand aus insgesamt neunzehn zusammengeführten Klagen, die eine Zulassung zur Sammelklage anstrebten – Koh hatte eine Einzelklage zu der Daten-Übermittlung an Dritt-Entwickler bereits Ende 2011 einmal zurückgewiesen. (lbe)