Industrie 4.0: Fraunhofer-Institut arbeitet am USB-Prinzip für die Fertigung

Noch krankt eine intelligente Produktion daran, dass verschiedene Maschinen kaum miteinander kommunizieren. Jürgen Jasperneite vom Fraunhofer Anwendungszentrum Industrial Automation will das ändern.

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  • Robert Thielicke

Noch krankt eine intelligente Produktion daran, dass verschiedene Maschinen kaum miteinander kommunizieren. Jürgen Jasperneite vom Fraunhofer Anwendungszentrum Industrial Automation will das ändern.

Im Idealfall, so das Ziel der intelligenten Produktion, sollen Einzelstücke zu den Kosten einer Massenproduktion entstehen. Diese so genannte Industrie 4.0 ist für viele Experten die Fabrik der Zukunft. Doch die Herausforderungen sind groß, insbesondere für die Mitarbeiter: Mit fortschreitender Automatisierung wird die Produktion nicht einfacher, sondern komplexer. Das gilt umso mehr für Fabriken, die äußerst flexibel auf Kundenwünsche reagieren sollen. „Wenn wir es aber nicht schaffen, die zu Grunde liegende Komplexität vor den Nutzern zu verkapseln, wird das mit der Industrie 4.0 nichts“, warnte Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer Anwendungszentrums Industrial Automation in Lemgo (IOSB-INA), auf dem Innovationskongress von Technology Review im November.

Eine zentrale Herausforderung dabei: Neue Produktionsmodule in den Herstellungsprozess zu integrieren, ohne dafür eine einzelne Zeile Software schreiben zu müssen. Dem Elektrotechniker schwebt dafür ein „Plug and Work“-Ansatz vor. „Eine neue Maschine einzufügen sollte so einfach sein wie heute einen Drucker an seinen Computer anzuschließen.“ Jasperneite nennt es das „USB-Prinzip für die Fabrik“.

Erste derartige Produktionsmodule werden in seiner Modellfabrik in Lemgo bereits getestet. Integriert ein Techniker sie in den Maschinenpark, erkennen die umliegenden Geräte, welche Aufgabe das neue Modul übernimmt. „Mit den heutigen Bordmitteln kann das bereits funktionieren“, versichert Jasperneite. Noch allerdings fehlt der nächste Schritt: Die Aufgaben verschiedenster Geräte zu orchestrieren. „Ich bin mir nicht sicher, ob das Problem nur die fehlende Standardisierung ist oder ob wir doch noch mehr tun müssen.“ Für ihn liegt darin das größte Hindernis für die Industrie 4.0. „Es hält uns noch davon ab, auf den Maschinen- und Anlagenbau übertragbare Lösungen zu verwirklichen.“

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