YotaPhone: das Smartphone mit E-Ink-Zweitdisplay

Yota bringt ein Smartphone mit zwei Displays: Zusätzlich zum LCD gibt es ein E-Ink-Display, das für eine lange Akkulaufzeit und mehr Lesekomfort im Freien sorgen soll. Der Aufpreis im Vergleich zu ähnlich ausgestatteten Android-Phones ist allerdings hoch.

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In Zeiten der Klapphandys war ein zweites Display nichts besonderes, aber Yota Devices hatte als erster die Idee, ein Zweitdisplay mit E-Ink-Technik in ein Smartphone einzubauen. Nun hat der russische Hersteller die Details bekanntgegeben: Das YotaPhone kommt mit zwei Displays, Android 4.2, LTE und Dual-Core-CPU zum Preis von 500 Euro.

Das YotaPhone hat auf der einen Seite ein normales Smartphone-Display mit 1280 x 720 Pixeln und auf der anderen Seite ein E-Ink-Display mit 640 x 360 Pixeln.

(Bild: Yota)

E-Ink-Displays stecken normalerweise in E-Book-Readern, zeigen nur Graustufen und benötigen keinen Strom, solange sich der angezeigte Inhalt nicht ändert. Bei Smartphones ist das LCD üblicherweise die Komponente mit dem höchsten Stromverbrauch. Wer also auf dem YotaPhone seine SMS, Twitter-Updates und Ähnliches auf dem E-Ink-Display liest statt auf dem Hauptbildschirm, schont damit den Akku.

Das Zweitdisplay bleibt laut Yota ständig eingeschaltet und ist (mit dem zuletzt aufgerufenen Text) auch dann ablesbar, wenn der Smartphone-Akku leer ist. Ein weiterer Vorteil des E-Ink-Displays: Es spiegelt kaum und ist auch im Sonnenlicht gut lesbar.

Der Anwender kann beliebige Inhalte mit einer Zwei-Finger-Wisch-Geste vom Hauptbildschirm auf das E-Ink-Display verschieben – zum Beispiel eine Wegbeschreibung, die man unterwegs öfters nachsehen will. Außerdem liefert Yota ein paar spezielle Apps für das Zweitdisplay mit, darunter eine Kalender- und eine Nachrichten-App. Mit einem SDK sollen Entwickler weitere Apps nachliefern. Das E-Ink-Display ist nicht touch-empfindlich, aber unterhalb liegt ein kleiner Touch-Bereich, mit dem man es bedient.

YotaPhone (4 Bilder)

Das E-Ink-Display ist ständig eingeschaltet und zeigt Status-Updates an. Dadurch benötigt man das Haupt-Display seltener und schont den Akku.

Die restliche Ausstattung erinnert an Mittelklasse-Smartphones (siehe Tabelle). Interessant ist zum Beispiel der Vergleich mit dem Moto G von Motorola: Dieses hat kein LTE und kein E-Ink-Display, ansonsten aber eine ähnliche Ausstattung. Es kostet 170 bis 200 Euro, also nicht einmal halb so viel wie das YotaPhone.

Der ukrainische Hersteller E-Book-Reader-Hersteller Pocketbook will ebenfalls ein E-Ink-Display mit einem Smartphone kombinieren, allerdings auf andere Weise als YotaPhone: Auf der IFA zeigte Pocketbook eine Hülle mit integriertem E-Ink-Display für das Samsung Galaxy S4, die aber anscheinend noch nicht in Deutschland erhältlich ist. Das YotaPhone soll man demnächst in Yotas Online-Shop bestellen können und auch im deutschen Handel finden.

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Yotaphone - technische Daten
Betriebssystem Android 4.2.2
Display 4,3 Zoll LCD, 1280 x 720 Pixel
Zweitdisplay 4,3 Zoll E-Ink, 640 x 360, 16 Graustufen
CPU Dual Core, 1,7 GHz
Speicher 2 GByte RAM, 32 GByte Flash
Mobile Datenverbindung LTE 800/1800/2600 MHz, UMTS 900/1800/2100 MHz
Kameras 13 Megapixel, LED-Blitz / 1 Megapixel
Akku 1800 mAh
restliche Ausstattung 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, GPS
Abmessungen 133 mm x 67 mm x 9,9 mm
Gewicht 146g

(cwo)