Die Welt der kleinen Motive

Kaum ein Bereich der Fotografie ist so spannend und gleichzeitig so vielfältig wie die Nah- und Makrofotografie. Ein schier unerschöpfliches Angebot an Motiven wartet darauf, entdeckt zu werden. Lernen Sie, die Welt der kleinen Motive mit der Makrofotografie zu entdecken.

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Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Björn K. Langlotz
Inhaltsverzeichnis

Sicher hat der eine oder andere schon einmal versucht, mit der Kompaktkamera im Makro-Modus eine Nahaufnahme hinzubekommen. Viele Modelle bieten immerhin eine Naheinstellgrenze von nur wenigen Zentimetern, sodass man schon recht dicht ans Motiv herankommt. Die Ergebnisse enttäuschen aber oft: Entweder ist die Aufnahme verwackelt oder die Schärfe liegt nicht da, wo man sie haben will, oder das Motiv – etwa ein Schmetterling – flüchtet, bevor man überhaupt nah genug an ihn herangekommen ist, um ihn formatfüllend abzulichten. Vielen Kompakten fehlen die manuellen Einstellmöglichkeiten. Zudem funktioniert ihr Makromodus oft nur in Weitwinkelstellung, sodass sich das Motiv kaum vom Hintergrund isolieren lässt.

Bessere Ergebnisse lassen sich mit einer Spiegelreflexkamera (SLR) erzielen. Selbst das mitgelieferte Kit-Objektiv bietet meist schon einen Makrobereich, mit dem sich so manch gelungene Nahaufnahme bewerkstelligen lässt. Reicht der Nahbereich der Standardoptik nicht, so kann man herstellerabhängig auf ein breites Angebot an speziellen Makrolinsen – meist Festbrennweiten – zurückgreifen. Die gleichen Vorteile wie die SLRs bieten auch die aktuellen spiegellosen Systemkameras. Sie lassen sich ebenso einfach mit speziellen Optiken bestücken. Unterstützen solche Kameras ein pixelgenaues Fokussieren auf dem Monitor, so haben sie sogar Vorteile gegenüber einer Spiegelreflexkamera, da kein hochklappbarer Spiegel vorhanden ist. Dies verringert Vibrationen bei der Aufnahme. Bei Spiegelreflexkameras müssen hingegen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Vollformat-DSLR mit Makroobjektiv 105 mm f/2.8, 1/60 s, Blende 6.3, manuelle Scharfeinstellung, Abbildungsmaßstab 1:1,2, zwei Blitzgeräte mit Diffusoren.

(Bild: Björn K. Langlotz)

Was aber zeichnet eine gelungene Nahaufnahme aus? Schon ein bunter Schmetterling formatfüllend vor einem homogenen Hintergrund freigestellt beeindruckt den Betrachter, denn so erkennt er Details, die sonst nur mit einer Lupe sichtbar würden. Oder wer hat schon einmal entdeckt, dass eine kauende Libelle aus nächster Nähe betrachtet eine gewisse (menschliche) Mimik an den Tag legt? Solche Eindrücke lassen sich nur mit einer Makroaufnahme vermitteln. Die Makroaufnahme kann aber auch nur einfach einen interessanten Ausschnitt eines großen Ganzen herausfiltern. Man sieht zwar den ganzen Schmetterling und nimmt noch die filigranen Fühler und Beine wahr, die feinen und feinsten Schuppen des Flügels erschließen sich mit bloßem Auge aber nicht. Solche Feinheiten kann man mit der Makrofotografie entdecken und in Szene setzen. Bilder von solchen Details wirken oft durch ihre abstrakten Formen oder Farben.

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