Gulag: Online-Rundgang durch sowjetisches Arbeitslager
360-Grad-Panorama-Aufnahmen zeigen den Wachturm, die Zellen und die Schreiner-Werkstatt eines ehemaligen sowjetischen Straflagers aus den 1950er Jahren.
Die Schrecken der früheren stalinistischen Arbeitslager in Sibirien lassen sich auf einer neuen Website nachempfinden. 360-Grad-Panorama-Aufnahmen zeigen den Wachturm, die Zellen und die Schreiner-Werkstatt eines ehemaligen sowjetischen Straflagers aus den 1950er Jahren. Partner des Online-Projekts GULAG.cz ist das tschechische Institut zum Studium totalitärer Regime.
(Bild:Â gulag.cz )
Um den Lagerkomplex fĂĽr die Aufnahmen zu erreichen, habe die Gruppe mit dem Hubschrauber in die Taiga fliegen und sich kilometerweit mit Macheten einen Weg durch die Wildnis bahnen mĂĽssen, berichtete der ExpeditionsfĂĽhrer Stepan Cernousek der dpa am Mittwoch in Prag. Auch ein Experte fĂĽr das Ăśberleben in der Wildnis sei dabei gewesen. "SchlieĂźlich waren wir drei Wochen abseits jeder Zivilisation."
"Aufgrund der Abgeschiedenheit war alles sehr gut erhalten, bis hin zu persönlichen Gegenständen und Briefen der Gefangenen", sagte Cernousek. Die Lager-Ruine unterstand einst einem Gulag-Projekt, das die sogenannte Stalinbahn bauen sollte. Die Strecke hätte über knapp 1500 Kilometer entlang des Polarkreises zu einem geplanten Hochseehafen führen sollen. Nach dem Tod des Diktators Josef Stalin 1953 wurde das Mammut-Vorhaben abgebrochen. (anw)