Überwachungsskandal: Stimmung in der NSA auf Tiefpunkt
In der NSA herrscht nach den monatelangen Enthüllungen über die Geheimdienstarbeit offenbar dicke Luft. Mitarbeiter fühlten sich von Barack Obama nicht genügend unterstützt. Möglicherweise steckt aber auch ein anderer Grund dahinter.
Nach den seit Monaten anhaltenden Enthüllungen über die massenhafte Überwachung der weltweiten Kommunikation hat die Stimmung in der NSA offenbar einen Tiefpunkt erreicht. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf mehrere ehemalige NSA-Mitarbeiter. Grund für die wachsende Unzufriedenheit sei das Gefühl, vom Weißen Haus unter Präsident Barack Obama nicht ausreichend den Rücken gestärkt zu bekommen. Dabei sei man bei dem Geheimdienst davon überzeugt, öffentlich genehmigte Missionen auszuführen.
(Bild: nsa.gov)
Ein anonymer ehemaliger US-Beamter habe erklärt, auch der US-Präsident müsse anerkennen, dass die NSA eine der besten Quellen für geheimdienstliche Informationen sei, die es derzeit gebe. Warum er sich dieses wichtigen Teils seines Sicherheitsapparats dann aber nicht annehme, habe er gefragt. Andere wiederum hätten darauf hingewiesen, dass es nicht überraschend sei, dass Obama nicht ins NSA-Hauptquartier nach Fort Meade fährt, bevor der angekündigte Untersuchungsbericht vorliegt.
Besonders deutlich werde die schlechte Stimmung innerhalb der NSA aber anhand der Tatsache, dass ehemalige NSA-Mitarbeiter aus ihren Lebensläufen verstärkt Hinweise auf ihre Arbeit mit geheimen Projekten entfernten. Außerdem würden inzwischen Nachbarn fragen: "Warum spioniert ihr meine Großmutter aus?" Auf dem Blog Emptywheel wird deswegen auch noch über einen anderen Grund für die schlechte Stimmung in der NSA spekuliert. So könnte etwa ein Gesprächsleitfaden für Thanksgiving darauf hinweisen, dass viele NSA-Mitarbeiter nicht von der totalen Überwachung wussten und damit nicht einverstanden sind. (mho)