Gedränge und Optimismus auf der OMD
Das Who is Who der deutschen Internetwirtschaft trifft sich auf der Online Marketing DĂĽsseldorf, deren Aussichten wesentlich schlechter sind als die der Werbe- und Marketingbranche.
Am heutigen Mittwoch hat in der nordhein-westfälischen Landeshauptstadt die zweitägige Fachmesse Online Marketing Düsseldorf begonnen. Obwohl die Messeleitung der OMD eine zweite Halle spendiert hat, geht es auf der Messe der Vermarkter und Werber auch in diesem Jahr dicht gedrängt zu. Bei kaum einer anderen deutschen Veranstaltung sind so viele wichtige Namen aus der Online-Branche präsent: Google, Yahoo, Microsoft und Adobe sind ebenso vor Ort wie United Internet, eBay, AOL, Autoscout24 oder Lycos.
Zu den zahlreichen Vermarktungsspezialisten gesellen sich auch Medienunternehmen, darunter Heise, Axel Springer, Tomorrow Focus, Gruner + Jahr oder die Holtzbrinck-Tochter StudiVZ, die dieses Jahr erstmals dabei ist. Sorgen dürfte den Veranstaltern allenfalls bereiten, dass der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), einer der Mitveranstalter, für das kommende Jahr eine Konkurrenzveranstaltung angekündigt hat, der viele zutrauen, dass sie die OMD ersetzen könnte.
Zu den Themenschwerpunkten der OMD 2008 zählt Online-Fernsehen, das die Branche immer mehr als lukrative Werbeplattform entdeckt: Zuletzt schossen die Umsätze innerhalb eines Jahres um 400 Prozent in die Höhe, zahlreiche Aussteller wollen Web-TV aus seiner noch sehr kleinen Nische herausholen. Ähnlich verhält es sich beim Mobile Marketing – noch kaum ein Unternehmen spricht bisher gezielt die Smartphone-Surfer an, was sich aber bald ändern dürfte.
Andere Aussteller machen sich darüber Gedanken, wie man Reichweiten möglichst zuverlässig erforscht, die Sichtbarkeit in Suchmaschinen verbessert, die gut besuchten sozialen Netzwerke profitabler macht oder wie man die gute alte Bannerwerbung an den Mann bringt, die noch immer einen Großteil des Online-Kuchens ausmacht.
Einig sind sich alle, dass der Online-Werbemarkt noch kräftig wachsen wird – auch wenn die Zuwächse dieses Jahr ein bisschen ernüchternd ausfielen. Um diese Werbung zielgenau zu platzieren, benötigen die Werber jedoch möglichst viele Daten – durchaus ein heikles Gebiet, bei dem man schnell die Nutzer vergrätzen kann, wie Facebook und StudiVZ vorführten. Statt an Page Impressions, die die Anbieter zum Teil durch absurde Klickstrecken in die Höhe treiben, sind die Vermarkter viel mehr am Benutzer selbst interessiert.
Bei ausreichend Vertrauen in die Marke und Interesse am Produkt ist der Kunde in der Regel bereit, Informationen von sich preiszugeben, war man sich bei einem Panel einig. FĂĽr Carl White, den Europachef des Behavioural-Targeting-Experten Valueclick, wird sich das Unternehmen durchsetzen, das seine Nutzer am besten kennt. Dabei brauche der Anbieter jedoch FingerspitzengefĂĽhl: Er darf seine Nutzer nicht dadurch erschrecken, dass er ihnen alles zeigt, was er ĂĽber sie weiĂź. (heb/c't) / (vbr)