Out of Focus: Spiel mit Unschärfe

Der genaue Moment, das rechte Licht, ein guter Bildausschnitt. Aber dennoch fehlt Ihrem Foto die gewisse Aura. An der Kamera kann es nicht liegen, das Bild ist doch von vorne bis hinten scharf. Aber unter Umständen liegt genau darin der Fehler.

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Lesezeit: 10 Min.
Von
  • Thomas Saur
Inhaltsverzeichnis

Bei der klassischen Landschaftsfotografie wird meistens eine durchgehende Schärfe vom Vordergrund bis zur Horizontlinie angestrebt. Oft wird mit Weitwinkel und starker Abblendung gearbeitet. Bei der Porträt- oder Objektfotografie gelten andere Regeln. Ein unruhiger Hintergrund kann störend wirken, weil weniger wichtige Elemente mit dem Hauptmotiv konkurrieren. Durch das Öffnen der Blende nimmt die Schärfentiefe ab, und Unwichtiges versinkt in der Unschärfe.

Fotografieren mit geringer Schärfentiefe kann die Bildaussage verdichten und zu atmosphärisch starken Bildern führen. Ein Objekt, das aus der Unschärfe heraustritt, wirkt besonders plastisch und dreidimensional. Man fühlt sich vielleicht an Weinkenner erinnert, wenn man eingefleischten Fotografen beim Schwärmen über das besonders gelungene "Bouquet" eines Objektivs zuhört. Die (subjektive) Qualität der unscharfen Bereiche wird mit dem Begriff "Bokeh" (vermutlich vom japanischen "boke" = unscharf) bezeichnet. Das Bokeh kann sich bei aufwendig gefertigten Optiken positiv auswirken. Verantwortlich dafür sind Anzahl und Beschaffenheit der Blendenlamellen.

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