Italienischer Profi-Fußballer will Facebook verklagen

Ein gefälschtes Profil auf der Online-Plattform hatte den Eindruck erweckt, Alessandro del Piero sympathisiere mit Rechtsradikalen. Sein Bruder und Manager hat laut einem Agenturbericht rechtliche Schritte angekündigt.

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Der italienische Profi-Fußballspieler Alessandro del Piero fühlt sich durch ein gefälschtes Profil im Social Network Facebook verleumdet. Laut einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA hat der Bruder und Manager des Kickers von Juventus Turin, Stefano del Piero, rechtliche Schritte angekündigt. Das Profil, das mit dem Bild des Fußballspielers versehen war, habe den Eindruck erweckt, del Piero sympathisiere mit Rechtsradikalen.

Die Fälschung verwies auf eine Facebook-Gruppe "Nazist much much more better than Zionist". In der Mitgliederliste der Gruppe ist der Name "Alessandro del Piero" nun nicht mehr zu finden. Der 89-fache Nationalstürmer, Weltmeister und Vize-Europameister führt auf Facebook ein eigenes Profil. Del Piero will offensichtlich nicht in einen Topf mit dem ehemaligen Kollegen Paulo di Canio von Lazio Rom geworfen werden, der wiederholt auf dem Fußballplatz den faschistischen Gruß darbot.

Gefälschte Profile in Social Networks wurden in jüngster Zeit immer öfter Gegenstand von Rechtsstreits. Im US-Bundesstaat Indiana erzwang ein High-School-Dekan von Facebook die Herausgabe von Nutzerdaten. In Wisconsin musste sich ein 16 Jahre alter MySpace-Nutzer gegenüber einem Polizisten offenbaren. In einem weiteren Verfahren in den USA berührt nach Meinung von Bürgerrechtlern das Verlangen eines Klägers nach Offenbarung der Identität eines Sozialnetz-Nutzers das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Ein Marokkaner, der auf Facebook eine Seite für den Prinzen Moulay Rachid, dem Bruder des Königs Mohamed VI, eingerichtet hatte, wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Schließlich erstritt ein britischer Geschäftsmann, der sich durch ein von einem ehemaligen Schulfreund gefälschtes Profil bei Facebook diffamiert sah, vor Gericht umgerechnet rund 28.000 Euro Schadenersatz. Im "ersten Cyberbullying-Verfahren in den USA" wurde im November 2008 das Urteil über eine Frau gesprochen, die mit Hilfe eines fiktiven MySpace-Profils eines 16-Jährigen Kontakt zu einer Freundin ihrer Tochter aufgenommen und diese drangsaliert haben soll. (anw)