Buchprojekt zum Daten-Kontrollverlust finanziert sich per Crowdfunding

Der Blogger Michael Seemann will ein Buch ĂĽber den Kontrollverlust und die Situation nach den EnthĂĽllungen des NSA-Whistleblowers schreiben. Er will es per Crowdfunding finanzieren und hat eigens eine eigene Lizenz entwickelt.

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Der Kulturwissenschaftler und Blogger Michael Seemann plant, innerhalb der nächsten sechs Monate ein Buch mit dem Titel "Das Neue Spiel – nach dem Kontrollverlust" zu schreiben. Um das Projekt zu finanzieren, hat er auf der Plattform Startnext ein Crowdfunding initiiert. Er strebt an, 8000 Euro einzusammeln, um Designer, Lektoren, Produzenten, den Druck der rund 300 Seiten und das Marketing zu finanzieren. Bisher kamen etwas über 3000 Euro zusammen.

In dem Buch will Seeman die aktuelle Lage nach den EnthĂĽllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden "schonungslos analysieren und den Kern unserer Probleme" mit dem Verlust der Kontrolle ĂĽber unsere Daten aufdecken. Sein Ziel ist, eine Theorie des Kontrollverlusts vorzulegen und wichtige Impulse zu der Frage zu liefern, wie wir ihm am besten begegnen. Seemann will sich an Menschen richten, die sich bereits mit digitalen Themen auseinandergesetzt haben und sich nun fragen, wie es nach den Snowden-EnthĂĽllungen weitergehen kann

Das Buch soll online frei verfügbar sein und deswegen unter einer eigens zusammen mit der Kanzlei iRights.Law entwickelten, freien Lizenz veröffentlicht werden, der WTFPDL (Do What the Fuck You Want to Public Digital License), die von der im März 2000 ins Leben gerufenen WTFPL abgeleitet ist. Im Gegensatz zu ihr unterscheidet die neue Lizenz stärker zwischen Print und Web. Während das Werk online frei verfügbar sein soll, müsse der jeweilige Verlag für den Druck Kontakt mit dem Autor aufnehmen.

Seemann ist nach eigenen Angaben seit 2005 mit Projekten im Internet aktiv. Er grĂĽndete twitkrit.de und die Twitterlesung, organisierte Veranstaltungen und betreibt den Podcast wir.muessenreden.de. Anfang 2010 begann er das Blog CTRL-Verlust zuerst bei der FAZ, seit September auf eigene Faust. Darin schreibt er ĂĽber den Verlust der Kontrolle ĂĽber die Daten im Internet. (anw)