Forschungsprojekt zum Datenschutz erhält EU-Förderpreis
Ein Forschungsprojekt der Universität des Saarlandes und des Max-Planck-Instituts für Informatik sowie für Softwaresysteme erhält den höchsten Forschungspreis der EU.
Der höchste Forschungspreis der EU geht ins Saarland: Das Forschungsprojekt zum Datenschutz Privacy, Accountability, Compliance, and Trust in Tomorrow’s Internet (imPACT) der Universität des Saarlandes sowie des Max-Planck-Instituts für Informatik sowie für Softwaresysteme wird mit dem ERC Synergy Grant dotiert. Das heißt, ihr Projekt bekommt in den kommenden sechs Jahren bis zu 15 Millionen Euro aus dem Fördertopf der EU.
(Bild: informatik-saarland.de)
Dabei wollen die Professoren Peter Druschel, Rupak Majumdar, Michael Backes und Gerhard Weikum und ihre Teams Wege erforschen, wie das Internet zu einem besser geschützten Ort für Nutzer und Daten werden kann. Es geht um den Schutz der Privatsphäre (Privacy), den Nachweis von Aktionen durch bestimmte Personen im Internet (Accountability), das Einhalten von Vereinbarungen durch die Software und die Plattformen (Compliance) und um das Vertrauen in die Korrektheit von Daten und Diensten (Trust).
"Kein einziges dieser vier Themen, die ganz wesentlich die Internetnutzung von zwei Milliarden Menschen bestimmen, ist bis zum heutigen Tag zufriedenstellend gelöst", sagt Michael Backes, Professor für Informationssicherheit und Kryptographie an der Universität des Saarlandes. Das Internet sei ursprünglich als Netzwerk für ein paar Millionen Nutzer aufgebaut worden, heute sei es zu einer globalen Multimedia-Plattform geworden. "Für solch ein rasantes Wachstum waren die Strukturen des Internet aber niemals vorgesehen. Es wurde von seinem eigenen Erfolg überrollt und verwandelt sich derzeit in eine Riesenkrake, die Grundwerte unserer Demokratien außer Kraft setzen könnte. Daher droht eine Gefahr für unsere Privatsphäre, die Datensicherheit sowie unsere Informations- und Meinungsfreiheit."
Wie der Europäische Forschungsrat am heutigen Donnerstag bekannt gegeben hat, werden Förderungen in Millionenhöhe an 13 EU-Forschungsprojekte vergeben. Insgesamt sind 45 Forscher aus elf Ländern beteiligt, zwölf davon kommen aus Deutschland. Die so genannten Synergie-Finanzhilfen gehen an Teams von zwei bis vier Spitzenforschern, die sich wegen ihrer ergänzenden Fähigkeiten, Kenntnisse und Ressourcen "einzigartige und bahnbrechende Ergebnisse zum Ziel setzen können", wie es in der Mitteilung heißt. (anw)