Schriftstellerin Passig verteidigt Tweet zu Herrndorfs Tod
Die Schriftstellerin Kathrin Passig hatte mit einem Tweet zu einem Suizid für Diskussion darüber gesorgt, was über Twitter verbreitet werden sollte und was besser nicht. Nun verteidigte sie ihr Vorgehen.
Die Schriftstellerin Kathrin Passig hatte mit einem Tweet Ende August für eine grundsätzliche Diskussion darüber gesorgt, was über Twitter verbreitet werden sollte und was besser nicht. Nach dem Tod des Autors Wolfgang Herrndorf, der an einem unheilbaren Gehirntumor litt, hatte die mit Herrndorf befreundete Passig am 27. August getwittert: "Er hat sich gestern in den späten Abendstunden am Ufer des Hohenzollernkanals erschossen."
Im Berliner Tagesspiegel hat Passig heute ihre damalige Entscheidung verteidigt: "Wolfgang war's wichtig, dass es nicht in allen Nachrufen heißt, er sei dem Krebs erlegen", sagte sie der Zeitung zufolge. "Im engeren Kreis haben wir in einem Chat überlegt, was jetzt zu tun sei, und ich dachte: Na gut, dann halt Twitter. So werden diese Informationen schnell und breit gestreut."
"Einerseits gilt Twitter vielen als frivol und unseriös – ein alberner Vorwurf", sagte Passig. "Andererseits beschwerten sich manche, der Tweet sei zu detailreich gewesen". Wenn sie allerdings gewusst hätte, dass in vielen Medien bei Suiziden Ort und Todesart wegen der Nachahmungsgefahr nicht genannt würden, hätte sie das auch nicht getan, räumte die Autorin ein. (hob)