Displays im Sonderangebot
Nach Einschätzung von Marktforschern werden in den kommenden Monaten viele Flachbildfernseher und Monitore zum Schnäppchenpreis auf den Markt kommen - die richtige Zeit für einen Kauf?
Das Marktforschungsinstitut Meko sieht goldene Zeiten für Europas Verbraucher anbrechen: Die Preise für Flachbildfernseher und Monitore werden nach Einschätzung der Analysten in den kommenden Monaten weiter heruntergehen. Allerdings werde die für Konsumenten so günstige Preisphase nicht ewig anhalten, glaubt Meko-Direktor Bob Raikes.
Tatsächlich zeichnen sich bereits jetzt teilweise erstaunliche Angebote für Flachbildfernseher ab: Markengeräte mit 32-Zoll-Diagonale für 500 Euro oder 42-Zöller für unter 1000 Euro sind keine Seltenheit mehr. Beim genauen Blick auf den hiesigen Markt muss man allerdings feststellen, dass es sich vielfach nur um vermeintliche Schnäppchen handelt. Erstaunlich häufig werden Fernseher angeboten, die nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Wenn man auch nicht immer von Ladenhütern sprechen kann, so sind es doch oft Geräte aus der vorletzten Generation, die zum Superpreis beworben werden. Verbraucher sollten deshalb aufpassen und sich nicht von Hochglanzprospekten blenden lassen: Wer sich Zeit nimmt und den Markt beobachtet, kann in den Angeboten das eine oder andere echte Schnäppchen finden.
Hintergrund für den aktuellen Preisverfall bei Fernsehern und Monitoren sind die Turbulenzen am Panelmarkt. Die Panelpreise waren über den Sommer stark gefallen, was sich nun mit leichter Verzögerung auf den Endgerätemarkt auswirkt. Dank neuer Fabriken steigen die Produktionskapazitäten Jahr um Jahr. Die Preise steigen indes nicht mit, sondern fallen im Gegenteil. So sind Flüssigkristallpanels für Monitore seit Juni um über 35 Prozent billiger geworden, Notebook-Panels wurden 25 Prozent günstiger gehandelt und Displays für Fernsehgeräte 20 Prozent.
Für die Jahresmitte waren die Analysten ursprünglich von einer Panelverknappung ausgegangen. Doch die trat nicht ein, weil die Gerätehersteller zunächst ihre Lagerkapazitäten abbauten – in Erwartung wirtschaftlich schwerer Zeiten und in der Hoffnung auf weiter fallende Panelpreise. Die Olympischen Spiele in Peking hatten zudem nicht für die erhoffte Absatzsteigerung gesorgt und deshalb das alljährliche Sommertief nicht abfangen können. So waren die ausgelieferten Stückzahlen seit Mai über alle Anwendungen monatlich um etwa acht Prozent rückläufig. Nur im Vergleich zum Vorjahr konnten die Panelhersteller auch in diesem Sommer zulegen.
Nach drei harten Monaten für die Hersteller hat der Rückgang bei großen LCD-Panels nun ein Ende: Der Panelabsatz zog im August gegenüber Juli signifikant an: Die Analysten von Witsview beziffern einen Zuwachs von 7,8 Prozent auf 32,3 Millionen Panels. Besonders die Fernsehdisplays haben für den neuerlichen Aufschwung gesorgt. So waren im August 9,2 Millionen der gut 32 Millionen Panels für Fernseher bestimmt, ein Plus von 18,6 Prozent. Die Monitorpanels konnten um 8,5 Prozent auf knapp 15 Millionen Stück zulegen, die Auslieferung von Notebook-Panels blieb mit 11,1 Millionen Stück (–0,7 Prozent) wie in den Vormonaten weitgehend konstant. Für die nahe Zukunft rechnet Witsview mit einem Anstieg von 3 bis 5 Prozent für IT-Displays und mit 10 Prozent Zuwachs bei TV-Displays. Bemerkenswert ist der Flächenzuwachs: Die im August ausgelieferten großen LC-Displays würden laut Witsview knapp 6 Millionen Quadratmeter bedecken, im Juni waren es knapp 5,3 Millionen.
Der höhere Absatz soll auch die Panelpreise stabilisieren. Laut DisplaySearch wurde der Preisverfall im September in allen Bereichen gestoppt, lediglich die Preise für 32-zöllige TV-Displays mit WXGA-Auflösung (1366 × 768 Pixel) seien weiterhin rückläufig. Witsview rechnet im IT-Bereich ebenfalls mit einer Stabilisierung, sieht die Preise für Fernseh-Panels aber weiter im Abwärtstrend.
Weltweiter MarktfĂĽhrer bei StĂĽckzahlen und Umsatz mit LCD-Panels ist weiterhin Samsung, gefolgt vom koreanischen Konkurrenten LG.Displays und der taiwanischen AU Optronics. Die drei Unternehmen bestreiten etwa 60 Prozent des Gesamtmarktes. (uk)