Schweizer Regulierer senkt Preise für "Letzte Meile"

Die Swisscom muss der Konkurrenz Hausanschluss-Leitungen künftig billiger überlassen. Statt 23,50 Franken müssen Mitbewerber für die sogenannte Letzte Meile nur noch etwas mehr als 18 Franken pro Monat zahlen.

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  • Tom Sperlich

Die Swisscom muss der Konkurrenz Hausanschluss-Leitungen künftig billiger überlassen. Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom), setzte erstmals den Preis für die Entbündelung der sogenannten "Letzten Meile" fest. Dieser wird für das laufende Jahr auf 18,18 Franken (11,62 Euro) pro Monat gesenkt. Die Swisscom hatte von der Konkurrenz zunächst 31 Franken (19,81 Euro) verlangt, derzeit berechnet sie 23,50 Franken (15 Euro). Die ComCom begründet die Senkung damit, dass die Swisscom zu hohe Kapitalkosten, teilweise zu kurze Abschreibungszeiträume sowie überhöhte Bau- und Betriebskosten angenommen habe.

Seit im Rahmen der gesetzlichen Telekommunikationsliberalisierung in der Schweiz im April 2007 Mitbewerbern auch die Letzte Meile zugänglich gemacht wurde, ist es immer wieder zu Konflikten wegen der marktbeherrschenden Stellung der Swisscom gekommen. So reichten Unternehmen wie Sunrise Communications und Orange bereits mehrfach Klage gegen die Swisscom ein. Sunrise etwa argumentierte damit, dass der derzeit für die Letzte Meile verlangte Betrag auch im internationalen Vergleich zu hoch angesetzt sei. Diesen sieht Sunrise bei zirka 10 Euro.

Die ComCom senkte zudem die Preise für die sogenannte Kollokation und die Interkonnektion. Dies sind Kosten für die Nutzung des Festnetzes der Swisscom zur Durchleitung von Telefonanrufen sowie Kosten für die Mitbenutzung von Swisscom-Anlagen. Die meisten Interkonnektionspreise würden um 25 bis 30 Prozent gesenkt und gehörten damit nun zu den günstigsten in Europa, erklärte die ComCom. Die Preise für den Zugang zu Swisscom-Anlagen fallen sogar um 55 bis 85 Prozent. (Tom Sperlich ) / (pmz)