Online-DVD-Verleiher Videobuster übernimmt Mitbewerber Amango
Zum 31. Oktober übernimmt der niedersächsische Anbieter das Geschäft des Mitbewerbers aus Hamburg.
Vor sechs Jahren hatte das in Seesen bei Goslar (Niedersachsen) ansässige Unternehmen Video Buster, damals noch unter dem Namen Netleih, die Online-DVD-Miete auf dem deutschen Markt eingeführt. Kurze Zeit später wurde auch das Unternehmen Amango hierzulande auf diesem Markt aktiv, allerdings ohne parallel stationäre Vertriebsstrukturen zu unterhalten. Heute gaben die Unternehmen bekannt, dass sich Amango vollständig zurückzieht; zum 31. Oktober übernimmt der niedersächsische Anbieter das Geschäft des Mitbewerbers aus Hamburg.
"Der Markt der Vielseher ist aufgeteilt", erklärt Amango Geschäftsführer Thorsten van der Velten die Entwicklung. "Um weiteres Wachstum zu generieren, hätten wir jetzt die Zielgruppe der Gelegenheitsnutzer und Special-Interest-Kunden mit maßgeschneiderten Angeboten für uns gewinnen müssen. Aber in diesem Segment ist Video Buster einfach schon weiter als wir." Das niedersächsische Unternehmen ist mit einem bundesweiten Filialnetz sowie dem ersten One-Stop-Shop mit unterschiedliche Leihoptionen, Vertriebswegen und Content unter einem Dach breiter aufgestellt als der Wettbewerb.
Das Geschäft mit den Online-Vermietungen beruht auf dem Prinzip der Wunschlisten: Der Kunde stellt online eine Liste mit mehreren Wunschtiteln zusammen und wird nach und nach mit den ausgewählten Filmen auf dem Postweg beliefert – je nach Verfügbarkeit der Titel. Die Filme dürfen die Nutzer so lange behalten, wie sie wollen; allerdings ist die Anzahl der Titel, die ein Kunde gleichzeitig zuhause haben kann, beschränkt – einen neuen Videofilm erhält der Kunde also erst, wenn er einen Miettitel wieder zurückgeschickt hat. Die Versandgebühren sind in der Regel im Abo inbegriffen. Video Buster führte gerade zusätzlich das Angebot aLaCarte ein, mit dem Gelegenheitsuser ihren Wunschfilm oder das Konsolenspiel ihrer Wahl ohne Abonnement nach Hause bestellen können. Das Medium müssen sie nach einer Woche im vorbereiteten Rückumschlag zurückschicken.
Für die bisherigen Amango-Kunden ändert sich mit der Übernahme laut Pressemitteilung mehr als nur das Adressfeld auf dem Rücksendeumschlag: Statt der gewohnten Flatrate bietet Video Buster ihnen jetzt "volle Flexibilität, etwa mit dem Tarif Flex, bei dem die Kunden bei einer geringen Grundgebühr zuzüglich Porto genau für die Filme zahlen, die sie in einem Monat tatsächlich sehen wollen". Aber auch das Festpreismodell gibt es bei Video Buster, dazu 23.000 Filme mit Verleihrecht sowie ein Video on Demand (VoD) Service mit 5000 Titeln. Welches das beste Leihmodell für ihre Bedürfnisse ist, können die neuen Kunden laut Video Buster in einem Testmonat kostenlos ausprobieren. Neben den Abonnenten wechseln auch alle DVDs von Hamburg nach Seesen. Der Kaufpreis für die Transaktion liegt "im siebenstelligen Bereich".
Mit der Betriebsübergabe geht die Konsolidierung bei den DVD-Vermietern in eine neue Phase: Anfang des Jahres hatte Video Buster die Online-DVD-Kunden von glowria Deutschland übernommen; im Frühjahr gab Amazon den Verleih an Lovefilm ab. Ohne Amango bleiben in diesem Markt nur noch zwei große Anbieter (beides Aktiengesellschaften) übrig. (nij)