Immer mehr Stellen in der IT-Branche vakant
ZVEI: "Die Schere öffnet sich immer weiter."
In der Informationstechnik und Telekommunikation könnten wegen des Mangels an Fachkräften in Deutschland in fünf Jahren 250.000 Stellen unbesetzt sein. "Die Schere öffnet sich immer weiter", sagte Jörg Menno Harms vom Fachverband Informationstechnik im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie am Montag auf der Systems 99 in München. In der IT-Industrie würden in diesem Jahr 37.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Dem stünden aber weniger als 10.000 Absolventen der Informatik gegenüber. Derzeit seien 75.000 Stellen in der deutschen IT-Industrie unbesetzt.
Harms begrüßte das Aktionsprogramm der Bundesregierung, das die Beschäftigungssituation in der High-Tech-Branche verbessern soll. Die Industrie werde sich weiter daran beteiligen und bis zum Jahr 2002 rund 25 000 zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Die Politik müsse aber auch das Bildungssystem in den Schulen modernisieren. "Wenn dies nicht gelingt, wird es vom Internet hinweggefegt".
Der deutsche Markt für Informationstechnik und Telekommunikation wird nach Schätzung des Verbands im kommenden Jahr um acht Prozent auf 222 Milliarden DM zulegen. Die stärksten Wachstumsschübe seien in den Bereichen Software und Service zu erwarten. Hier werde der Umsatz um 13 Prozent auf 29 Milliarden DM zulegen. Der PC-Markt werde voraussichtlich um gut acht Prozent auf knapp 17 Milliarden DM wachsen. "Die Deutschen werden im Jahr 2000 erstmals so viel für PCs wie für die gesamte Unterhaltungselektronik ausgeben", sagte Harms. (cp)