Media Markt über Mitarbeiter-Kontrolle: "Taschenkontrollen ja, mehr aber nicht"

Media Markt Deutschland lehnt Leibesvisitationen bei Mitarbeitern strikt ab, die es in Österreich gegeben haben soll. Zwar würden Taschenkontrollen durchgeführt, weitere "überschießende Maßnahmen" aber seien nicht vorgesehen.

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Von
  • Robert Höwelkröger

Media Markt Deutschland hat auf die Vorwürfe reagiert, Filialen in Österreich würden Leibesvisitationen bei Mitarbeitern durchführen. Wie eine Sprecherin gegenüber heise online mitteilte, seien Taschenkontrollen wie überall im Einzelhandel "aufgrund der leider gegebenen Diebstähle durch Mitarbeiter immer wieder" nötig. Diese würden aber in den deutschen Media Markt Filialen stets "im Rahmen der zu beachtenden rechtlichen Grenzen" durchgeführt.

Zwar gehe das Unternehmen aufgrund des gegenseitigen entgegengebrachten Vertrauens davon aus, dass "das Thema Personaldiebstahl eine im Vergleich zum Einzelhandel unterdurchschnittliche Rolle spiele". Dennoch hätten Marktgeschäftsführer aus Gründen der Generalprävention das Recht, Kontrollen durchzuführen, müssten sich aber immer an gesetzliche Bestimmungen und Grenzen halten. "Maßnahmen und Vorgehensweisen, die unserer Unternehmenskultur widersprechen oder gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen, werden in keinem Fall geduldet", betonte die Unternehmenssprecherin. Dazu zählten beispielsweise auch Leibesvisitationen.

Auch die Geschäftsführung von Media Markt Österreich bezog Stellung zu den Vorwürfen und lehnte Leibesvisitationen strikt ab. Daher spreche das Unternehmen den betroffenen Mitarbeitern sein Bedauern aus und stellte eine "aus ihrer Sicht angemessene Lösung" in Aussicht, ohne näher darauf einzugehen. Zudem distanzierte sich Media Markt Österreich "entschieden von überschießenden Maßnahmen, die weder sachlich noch rechtlich gerechtfertigt sind und klar den Unternehmensrichtlinien widersprechen." Verantwortliche würden demzufolge zur Rechenschaft gezogen.

Frank Kretzschmar, Vorsitzender der Geschäftsführung, erklärt: "Wir sind sofort tätig geworden und haben umfassende Untersuchungen durchgeführt: Dabei wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Media Markt Krems ebenso befragt wie die Geschäftsführung des Standortes. Ebenso haben wir auch Gespräche mit dem beauftragten Sicherheitsdienst geführt und dessen Mitarbeiter befragt. Die Untersuchungen werden demnächst abgeschlossen sein. Im Sinne unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen klären wir die Situation rasch und lückenlos auf und ziehen die aus unserer Sicht nötigen Konsequenzen."

Um den Worten auch Taten folgen zu lassen, prüft Media Markt nach eigenen Angaben nun auch den diskutierten Passus in den Dienstverträgen. In diesem heißt es, dass beim Verlassen des Hauses die Taschen geöffnet vorzuzeigen sind. So will das Unternehmen Missverständnissen vorbeugen, und kündigt gegebenenfalls Änderungen in den Dienstverträgen an. Die österreichische Tageszeitung Krone hatte berichtet, dass die 30 Media Markt-Mitarbeiter in der Filiale Krems regelmäßig Leibesvisitationen ausgesetzt seien. Das Blatt zitierte zudem Insider, die angaben, dass dies keine Einzelfälle gewesen seien. (roh)