Themenmolekül: Liebesgeschichten und lineare Systeme
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit Open Data und Mode, Unconventional Computing und neuen Entwicklungen aus den Not Too Serious Labs.
- Peter Glaser
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit Open Data und Mode, Unconventional Computing und neuen Entwicklungen aus den Not Too Serious Labs.
Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.
Nützliches vom 3D-Marktplatz: Ein Koffeinmolekül-Kaffeebecher aus Keramik, der müden Nutzerhänden morgens besser Halt gibt, die Wärme über die vergrößerte Oberfläche besser abstrahlt und die gleichzeitig belebende Wirkung durch den Inhalt auf atomarer Ebene veranschaulicht
Designer Drugs heißt eine Schmuckkollektion aus dem Fantasielabor von Aroha Silhouettes. Sie umfasst sechs Halsketten aus den Atommodellen unterschiedlicher legaler und illegaler Substanzen, die zu visuell attraktiven Supermolekülen verbunden werden.
Ein Buch, das die Zeit erzählt: Diese wissenschaftliche Buch aus dem Jahre 1678 hat ein Smart Cover, wie ein iPad. Die Vorderseite des Buchdeckels aus Schafshaut zeigt nicht wie üblich dekorative Muster, sondern eine aufgedruckte Sonnenuhr. Legt man das Buch in die Sonne und einen Stift auf den Umschlag, kann man ablesen, wie spät es ist. Erik Kwakkel, aus dessen Blog das Fundstück stammt, ist Spezialist für mittelalterliche Schriften an der Universität Leiden und hat bereits vor kurzem für Furore im Netz gesorgt, als er Katzenspuren in einem Buch aus dem 15. Jahrhundert präsentierte.
Die drei schottischen Faltohrkätzchen Panda, Pikachu und Pavel entdecken die physikalischen Phänomene der Kollision, während sie mit einem Kugelstoßpendel spielen.
Am International Center of Unconventional Computing an der University of the West of England in Bristol beschäftigt man sich mit komplexer Dynamik in physikalischen, chemischen und biologischen Medien, um neue Computertechniken, -Architekturen und Prototypen von Rechnern zu entwerfen, die auf nichtlinearen Medien basieren. Die Forschung greift auf interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Modellierung und experimentellen Überprüfung neuer Prinzipien der Informationsverarbeitung und -analyse in großen chemischen und physikalischen Systemen zurück. Die Wikipedia über Unconventional Computing.
Celine Semaan Vernon verbindet Open Data mit Mode: In der Designboutique Slow Factory präsentiert sie ihre nach dem Nasa-Teleskop benannte Schal-Kollektion Hubble, in der auf feiner Seide kosmische Objekte wie der Pferdekopfnebel oder der Katzenaugennebel glänzen.
Chemische Reaktionen als GIFs: Was passiert, wenn man Chlorin in Sodawasser gießt? Woop! Und Cäsium in Wasser? Rotes Woop! An den Experimenten, die man zu Hause keinesfalls ausprobieren sollte (außer der Milch mit Seife und Lebensmittelfarben), kann man sich so in Sekundenloops ohne Gefahr delektieren.
Was dient der Förderung des Interesses an der Klassifikation linearer Systeme: Love Affairs!
Wenn es schon keinen richtigen Schnee gibt, dann eben welchen aus dem Labor: Der Physiker Kenneth Libbrecht kann Schneeflocken in ihren eleganten Kristallformen erzeugen, indem er Temperatur und Feuchtigkeit manipuliert.
Ja was haben wir denn da ausgegraben aus diesem Paläontologiekuchen? Zwei süße, kleine wissenschaftliche Sensationen! Life Sciences – ein von Vintage-Wissenschaftsillustrationen angehauchtes Plakatmotiv von Laura Smith. Aus den Not Too Serious Labs des University of California Television-Studios kommt diese Minisendung zu Fragen wie: Was könnte eine stadiongroße Schale Erdnüsse, ein schrumpfender Elefant und ein irrer Hockeyspieler mit Nanowissenschaft zu tun haben?
Kusudama ist eine traditionelle japanische Kunstform, die sich heute zu dem entwickelt hat, was ganz allgemein als modulares Origami bezeichnet wird. Hier ein paar bemerkenswerte Beispiele. Tanzende Reagenzgläser: Drucke auf für die Präparation mit LSD vorgesehenem Papier. Und von Max Wolf: Stereoskopbilder vom Sternhimmel, Leipzig 1913. Aus den Heidelberger historischen Beständen.
Außerdem: Wie ein seltener Käfer auf einer Expedition einem Taxonomisten ein nahendes Verhängnis ankündigte. (bsc)