Nero 9: Behutsames Update

Version 9 der Brenn-Suite bietet ein erweitertes Datenrettungswerkzeug und vereinfacht den Videoschnitt. Nicht mehr an Bord: der umstrittene Medienindexierungsdienst Nero Scout.

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Von
  • Gerald Himmelein

Ab heute ist die neunte Version der Brenn-Suite Nero im Handel und auf der Unternehmens-Website erhältlich. Die Suite besteht aus sechs Hauptanwendungen und zahlreichen Hilfswerkzeugen.

StartSmart war ursprünglich als Launcher für die restlichen Nero-Programme konzipiert. Mittlerweile brennt die Komponente auch selbst Datenmedien, liest und schreibt Audio-CDs und kopiert optische Medien ohne Kopiersperre. Die Funktion "Auto-Backup" sichert ausgewählte Verzeichnisse; auf Wunsch überwacht Nero die Ordner im Hintergrund auf Änderungen und sichert diese automatisch. StartSmart enthält sogar einen Player für Audio- und Videodateien.

Der eigentliche AV-Player der Suite bleibt ShowTime. Er wurde optisch überarbeitet und unterstützt einige neue Dateiformate, darunter FLAC und Matroska. Die Wiedergabe und Aufzeichnung von Blu-ray-Videomedien bleibt wie bei Nero 8 in ein Plug-in ausgelagert, das Kunden separat online erwerben müssen. Voraussichtlich kommt das Modul erst mit deutlichem Abstand zum Hauptprogramm auf den Markt – zum Verkaufsstart von Nero 9 bietet Nero zunächst nur ein Plug-in zum Authoring von Blu-ray Discs an, nicht aber zur Wiedergabe.

Beim Videoschnittprogramm Vision wurde zunächst die Bedienung optimiert, bietet aber ebenfalls neue Features. "Ad Spotter" markiert bei Fernsehmitschnitten die Werbeblöcke zur einfacheren Entfernung. "Music Grabber" erkennt Musikstücke und extrahiert auf Wunsch die Tonspur. "Super Definition" skaliert SD-Video auf HD-Dimensionen hoch.

Das Datenrettungsprogramm RescueAgent unterstützt neben optischen Medien jetzt auch USB-Sticks und Festplatten. Das Sicherungsprogramm BackItUp 4 unterstützt jetzt auch RAID-Systeme. Die bootfähige Linux-Version von BackItUp beschreibt jetzt auch NTFS-Dateisysteme. Erstmals wird BackItUp auch alleinstehend angeboten, wenn auch nur online. Der Preis der ESD-Version liegt bei 40 Euro.

Die Media-Center-Oberfläche Home gehört bei Nero 9 nicht mehr zum Lieferumfang, stattdessen liegt Live bei, ein digitaler Videorecorder mit Multi-Tuner-Unterstützung. Auch die Suchdienste Scout und Search wurden abgeschafft. Bei der Media Center Edition von Windows XP und Windows Vista klinkt sich Live als Plug-in ein; darüber hinaus läuft das Programm auch alleinstehend. Vom UPnP-Server MediaHome liegt nur noch eine Testversion bei; die Vollversion kostet 30 Euro zusätzlich. Trotz des geschrumpften Umfangs trägt Nero 9 unverändert einen Listenpreis von 70 Euro.

Im Unterschied zur bisherigen Praxis soll es bei Nero 9 erstmals möglich sein, das Programm parallel zu Vorversionen zu betreiben. Nero 9 läuft ab Windows XP mit Service Pack 2. Wer die Software online vorbestellt oder im Handel erworben hat, kann in Kürze das erste Update herunterladen – bereits die aktuelle Revision 9.0.9.4b umfasst allerdings über 370 MByte. Der Hersteller verspricht, dass zukünftige Updates kleiner ausfallen werden. Für Kunden mit geringer Bandbreite bietet der Hersteller auch Updates auf DVDs an. Dieses Entgegenkommen kostet allerdings 10 Euro plus Versandkosten.

Parallel zur Brenn-Suite veröffentlicht Nero den Medienkonverter Move it. Das 50 Euro teure Einsteigerprogramm erkennt automatisch, welche Mobilgeräte angeschlossen sind und konvertiert Mediendateien auf Basis einer internen Datenbank in ein für das jeweilige Gerät passendes Format. Zu den unterstützten Gerätetypen gehören iPhone, iPod, PSP, zahlreiche Digitalkameras und Mobiltelefone – insgesamt über 100 Gerätetypen. Move it konvertiert und überträgt Fotos, Videos und Musikdateien.

Siehe dazu auch:

  • Nero im heise Software-Verzeichnis

(ghi)