Googles Neujahres-Vorsätze für Chrome
Die Entwickler der Rendering-Engine Blink haben Ideen zusammengetragen und peilen dabei vor allem die Verbesserung des Browsers für Mobilgeräte an.
Zum Jahresbeginn haben die Entwickler von Chromes Rendering-Engine Blink Ideen für die Weiterentwicklung des Browser-Fundaments zusammengetragen und diskutieren diese öffentlich. Auch externe Interessenten können sich an der Ideensammlung beteiligen.
Das Hauptaugenmerk gilt der mobilen Variante des Browsers. Wichtige Metriken sind für die Google-Entwickler dabei die Beanspruchung von CPU und Arbeitsspeicher, die für den Start und die Reaktion auf Eingaben benötigte Zeit sowie Ruckelfreiheit bei Animationen und Scrollen.
Zukunftstechniken
Das allein genügt jedoch nicht, damit der Browser erfolgreich mit nativen Apps konkurrieren kann. So soll es mit ServiceWorkers eine Caching-Technik geben, welche einen robusten Offline-Modus ermöglicht und die konzeptionellen Schwächen von HTML5 AppCache umgeht. Responsive Bilder, die sich an die Display-Größe anpassen, sollen die Ladezeit verkürzen und den Speicherverbrauch minimieren. Der Browser soll die Geräte-Ausrichtung erfassen können und mit der Presentation API Präsentationen steuern können.
Weitere von Google-Entwickler Eric Seidel genannte Zukunftstechniken sind die von Mozilla und Microsoft favorisierten Pointer Events, sozusagen eine Abstraktionsschicht über den herkömmlichen Maus-Events, maßgeschneiderte HTML-Elemente und CSS-Animationen.
Google würde Blink gerne mit Chromium verschmelzen, doch verwenden beide unterschiedliche Versionswerkzeuge: Blink benutzt wie das Vorgängerprojekt WebKit Git, Chromium Subversion. Verschiedene Ideen sind im Umlauf, die beiden Projekte zusammenzuführen, ohne die History zu verlieren. Weiterer WebKit-spezifischer Code soll ausgemacht und beseitigt werden.
"Völlig irrsinnig"
Unter dem Codenamen Oilpan werkeln die Entwickler an einer verbesserten Garbage Collection. Chrome soll Multiprozessor-Hardware besser ausreizen können und Websites von verschiedenen Domains zuverlässiger isolieren. Modularisierung, Homogenisierung und eine Vereinfachung der Werkzeuge, Dokumentation und Ressourcen sollen es vor allem Einsteigern leichter machen.
Und schließlich ist Google immer noch mit dem Innovationstempo unzufrieden. Unproblematische Code-Änderungen brauchen derzeit etwa 15 Wochen von der IDE auf die Anwenderrechner – was Eric Seidel angesichts des raschen Wandels bei Webanwendungen "völlig irrsinnig" nennt. (axk)