Google entfernt werbende Chrome-Erweiterungen
Der Internetkonzern hat Erweiterungen seines Web-Browsers aus dem Store entfernt, die Webseiten mit Werbung zupflasterten. Zuvor hatten Unbekannte die Software deren Entwicklern abgekauft und zu Werbeschleudern umgebaut.
- Christian Kirsch
Nachdem zwei bislang unauffällige Add-ons plötzlich anfingen, Nutzer seines Web-Browsers Chrome mit Werbung zu nerven, hat Google sie nun aus seinem Chrome-Store entfernt. Das berichtet das Wall Street Journal. Die beiden Erweiterungen hatten jeweils nur einige zehntausend Nutzer.
Sie waren den ursprünglichen Entwicklern von Unbekannten für einen vierstelligen Dollarbetrag abgekauft worden. Die neuen Eigentümer änderten den Code so, dass er zusätzliche Werbung auf besuchten Webseiten einblendete, und stellten die neue Version in den Chrome-Store ein. Bisherige Nutzer des Add-ons bekamen die verseuchte Fassung dann automatisch im Hintergrund installiert. Diese automatische Aktualisierung von Erweiterungen lässt sich in Chrome anders als in Mozillas Firefox weder global noch für einzelne Add-ons abschalten.
Google unterzieht Add-ons zwar einer Prüfung, bevor es sie im Chrome-Store freigibt. Es ist jedoch unklar, ob diese Kontrolle auch Updates einmal zugelassener Programme betrifft. Zudem dürften Techniken wie die für das Platzieren von Werbung genutzten kaum eindeutig zu identifizieren sein: Letztlich lädt das Add-on nur Inhalte von einer URL und ändert eine Webseite, was auch für viele legitime Zwecke nötig ist. (ck)